Polizisten stehen auf den Stufen des Palais des Festivals vor dem Beginn der 75. Internationalen Filmfestspiele in Cannes. (Foto: picture alliance/dpa/Invision/AP | Vianney Le Caer)

Cannes 2022 im Schatten des Ukraine-Kriegs

Ein Ausblick auf die 75. Internationalen Filmfestspiele von Cannes

Sonja Marx im Gespräch mit Jan Tussing. Onlinefassung: Rick Reitler   18.05.2022 | 07:15 Uhr

Trübte 2020 und 2021 in Cannes noch die Corona-Krise die Laune der Filmfans, ist es 2022 der Ukraine-Krieg. ARD-Korrespondent Jan Tussing wagt im Gespräch mit SR-Moderatorin Sonja Marx einen Ausblick auf den Wettbewerb.

Das Internationale Filmfest im südfranzösischen Cannes findet vom 17. bis zum 28. Mai 2022 endlich wieder wie unter Vor-Corona-Zeiten statt - also ohne Masken- oder Testpflicht. Mit 35.000 Anmeldungen, darunter rund 4000 Journalistinnen und Journalisten, ist das Team unter der künstlerischen Leitung Thierry Frémaux fast wieder bei "normalen" Zahlen angekommen.

Zombie-Komödie zum Auftakt

Los geht's am 17. Mai mit dem Eröffnungsfilm "Final Cut" ("Coupez!"), einer Zombie-Komödie des französischen Regisseurs Michel Hazanavicius ("The Artist"), die außer Konkurrenz gezeigt wird.


Im Interview: ARD-Korrespondent Jan Tussing
Audio [SR 2, Sonja Marx, 17.05.2022, Länge: 05:07 Min.]
Im Interview: ARD-Korrespondent Jan Tussing

Das Audiobild zeigt die Goldene Palme, den Hauptpreis der Internationalen Filmfestspiele von Cannes (Foto: picture alliance/dpa/Invision/AP | Vianney Le Caer).


Zur Jubiläumsausgabe wird wieder viel Prominenz erwartet: Kristen Stewart, Lea Seydoux und Viggo Mortensen ("Crimes of the future") haben ebenso wie Tom Hanks ("Elvis") und Tom Cruise ("Top Gun: Maverick") ihren Besuch bereits zugesagt.

Russland vs. Ukraine

Neben all dem Glamour wird der Krieg in der Ukraine allerdings ebenfalls eine Rolle spielen: Offizielle russische Delegationen sind diesmal nicht erwünscht. Die Jury hat trotzdem eine russische Koproduktion für den Wettbewerb ausgewählt: "Tschaikowskys Frau" (Zhena Chaikovskogo) von Kirill Serebrennikow. In der Nebenreihe "Special Screening" wird auch der neue Antikriegsfilm des ukrainischen Regisseurs Sergei Loznítsa gezeigt: "The natural history of destruction".

Deutschland mager vertreten

Mit "Pacifiction – Tourment sur les îles" von Albert Serra und "Holy Spider" von Ali Abbasi sind auch zwei Koproduktionen mit deutscher Produktionsbeteiligung im Wettbewerb vertreten. Auch eine deutsche Schauspielerin ist zu sehen, nämlich Iris Berben in "Triangle of Sadness" von Ruben Östlund.


Ein Blick auf den Wettbewerb 2022
Audio [SR 2, Wolfgang Landmesser, 17.05.2022, Länge: 01:52 Min.]
Ein Blick auf den Wettbewerb 2022

Das Audio-Bild zeigt Lyes Salem (l-r), Raïka Hazanavicius und Simone Hazanavicus einer Szene aus "Coupez!" (undatiert). Mit der Zombikomödie des Franzosen Hazanavicius wird das 75. Filmfestival in Cannes eröffnet (Foto: picture alliance/dpa/Filmfest Cannes | Lisa Ritaine).


Die 21 Filme des Wettbewerbs:

"Les Amandiers" (Frankreich, Regie: Valeria Bruni Tedeschi)

"Armageddon Time" (USA, Brasilien, Regie: James Gray)

Boy from Heaven (Schweden, Regie: Tarik Saleh)

"Broker" (Südkorea, Japan, Regie: Hirokazu Koreeda)

"Close" (Belgien, Frankreich, Niederlande, Regie: Lukas Dhont)

"Crimes of the future" (Kanada, Griechenland, Frankreich, Regie: David Cronenberg)

"Decision to Leave" (Südkorea, Regie: Park Chan-wook)

Eo (Polen, Italien, Regie: Jerzy Skolimowski)

"Frère et sœur" (Frankreich, Regie: Arnaud Desplechin)

"Holy Spider" (Dänemark, Deutschland, Frankreich, Schweden, Regie: Ali Abbasi)

"Leila’s Brothers" (Iran, Regie: Saeed RoustayiIran)

"Nostalgia" (Frankreich, Regie: Mario MartoneItalien)

"Le otto montagne" (Italien, Belgien, Frankreich, Regie: Felix Van Groeningen, Charlotte Vandermeersch)

"Pacifiction – Tourment sur les îles" (Frankreich, Deutschland, Portugal, Spanien, Regie: Albert Serra)

"Un petit frère" (Frankreich, Regie: Léonor Serraille)

"R.M.N." (Rumänien, Belgien, Frankreich, Regie: Cristian Mungiu)

"Showing Up" (USA, Regie: Kelly Reichardt)

"Stars at Noon" (USA, Regie: Claire Denis)

"Tori et Lokita" (Belgien, Frankreich, Regie: Jean-Pierre Dardenne, Luc Dardenne)

"Triangle of Sadness" (Schweden, Vereinigtes Königreich, USA, Frankreich, Griechenland, Regie: Ruben Östlund)

Zhena Chaikovskogo (Russland, Frankreich, Schweiz, Regie: Kirill Serebrennikow)


Cannes 2022 im Schatten des Ukraine-Krieges
Audio [SR 2, Bettina Dunkel, 17.05.2022, Länge: 03:44 Min.]
Cannes 2022 im Schatten des Ukraine-Krieges

Das Audiobild zeigt Arbeiter, die das offizielle Plakat des 75. Internationalen Filmfestivals von Cannes am Grand Theatre Lumiere befestigen (Foto: picture alliance/dpa/AP | Dejan Jankovic).


Rückblick

Im vergangenen Jahr hatte Julia Ducournaus Schocker "Titane" die Goldene Palme für den besten Spielfilm gewonnen. Die Goldene Palme für den besten Kurzfilm holte 2021 "Tian xia wu ya" (All the Crows in the World) von Tang Yi. Die Caméra d’Or (Goldene Kamera) für den besten Debütfilm ging an die Regisseurin Antoneta Alamat Kusijanović für ihren Film "Murina".


Sonnenuntergang am Strand in Cannes (Foto: Esther Wagner)
Sonnenuntergang am Strand von Cannes (Foto: Esther Wagner)


Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 17.05.2022 auf SR 2 KulturRadio. Das Bild ganz oben zeigt Polizisten auf den Stufen des Palais des Festivals in Cannes vor dem Beginn der 75. Internationalen Filmfestspiele (Foto: picture alliance/dpa/Invision/AP | Vianney Le Caer).

Artikel mit anderen teilen

Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja