Leere Sitze in einem Kinosaal (Foto: SR)

Das "camera zwo" zwischen Bangen und Hoffen

Ein Gespräch mit Michael Krane, dem Betreiber des Saarbrücker Programmkinos camera zwo, über die Lage der Arthouse-Kinos im dritten Jahr der Corona-Krise

Jochen Erdmenger. Onlinefassung: Rick Reitler   13.04.2022 | 14:30 Uhr

Der Chef des Saarbrücker Programmkinos camera zwo, Michael Krane, hatte im Sommer 2020 das endgültige Aus für sein Haus nur als "eine Frage der Zeit" betrachtet. Nun sehe es zwar allmählich etwas besser aus - doch der Ukraine-Krieg und die Energiekosten bereiteten ihm Sorgen, so Krane im SR-Interview.

Die Corona-Politik hat die Kino-Branche in die größte Krise ihrer Geschichte getrieben: Monatelang waren während der Lockdowns die Lichtspielhäuser komplett geschlossen. Mittlerweile aber scheint die große Leinwand wieder "in" zu sein: Blockbuster wie der aktuelle James Bond ("Keine Zeit zu sterben") oder der jüngste "Spiderman" erzielen spektakuläre Besucherzahlen.

"Die Aufhellung ist noch weit hinten am Horizont, aber es sieht schon deutlich besser aus als vor zwei Jahren", sagte Michael Krane, der Betreiber des Programmkinos Camera Zwo in der Saarbrücker Futterstraße, im Gespräch mit SR-Moderator Jochen Erdmenger.

Sanktionen nicht nachvollziehbar

Im Großen und Ganzen sei die Situation aber "noch nicht befriedigend". Das liege seiner Einschätzung nach auch daran, dass Arthouse-Kinos wie seines in der Regel ein älteres Publikum anzögen, das generell vorsichtiger agiere als junge Leute. Dabei seien Kinos "nie Pandemietreiber" gewesen, gab Krane zu bedenken. Das Ausmaß der Sanktionen, mit denen die Politik die Kinos belastet habe, könne er nach wie vor nicht nachvollziehen.


Im Interview: Michael Krane, camera zwo
Audio [SR 2, Jochen Erdmenger, 13.04.2022, Länge: 04:25 Min.]
Im Interview: Michael Krane, camera zwo


Sorge vor steigenden Energiepreisen

Gewisse Sorgen bereiteten ihm der Ukraine-Krieg, der auf die Stimmung drücke, und nicht zuletzt die steigenden Energiepreise: "Ich bin ja nicht naiv. Ich ahne, was da auf uns zukommt", so Krane. Denn Kinosäle seien "unheimlich kostenintensiv zu befeuern".


Ein Thema in der Sendung "Der Nachmittag" vom 13.04.2022 auf SR 2 KulturRadio. Das Symbolbild ganz oben zeigt leere Sitzreihen in einem Kinosaal (Foto: SR Fernsehen).

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