Ein leerer Kinosaal (Foto: SR)

"Wenn die Leute Angst haben, ist das ein Problem"

Ein Gespräch mit Anna Reitze, der Sprecherin der saarländischen Kinobetreiber, über die Idee der 2G-Regel im Kino

Holger Büchner. Onlinefassung: Rick Reitler   17.11.2021 | 07:20 Uhr

Anna Reitze, die Sprecherin der saarländischen Kinobetreiber, hätte gegen eine 2G-Regel im Kino grundsätzlich nichts einzuwenden, da das Publikum ohnehin schon aufwändig kontrolliert werde. Trotzdem finde sie momentan manches problematisch, wie Reitze im SR erkennen ließ.

Schon seit ein paar Tagen ist die 2G-Regel für Innenräume auch wieder im Saarland im Gespräch. Sollte sie tatsächlich kommen, dürften dann nur noch solche Menschen in Restaurants, Cafés, Kneipen, ins Theater oder zu Live-Konzerten, die einen vollständigen Covid-19-Impfnachweis oder eine Genesenenbescheinigung vorlegen können. Auch das Kino wäre verboten für jene, die diese Auflagen nicht erfüllen könnten oder wollten.

"Das würde nicht viel ändern"

Im Interview: Anna Reitze
Audio [SR 2, Holger Büchner, 17.11.2021, Länge: 02:14 Min.]
Im Interview: Anna Reitze

Anna Reitze, die Sprecherin der saarländischen Kinobetreiber, hätte mit 2G im Kino grundsätzlich kein Problem: "Das würde eigentlich nicht viel ändern an dem, was wir bisher schon machen", sagte sie im Gespräch mit SR-Moderator Holger Büchner. Als problematisch sehe sie lediglich die Fragen, wie die allgemeine Akzeptanz für so eine Regel sei und wie sicher sich die Besucherinnen und Besucher überhaupt noch in Innenräumen fühlen würden.

Angst als großes Problem

Immerhin, so Reitze, hätten die Kinos schon sehr viel unternommen, um ihrem Publikum Sicherheit zu bieten - beispielsweise neue Lüftungsanlagen eingebaut. "Wenn die Leute wieder Angst haben, vor die Tür zu gehen, dann kann man so viel informieren, wie man möchte. Das ist dann einfach ein Problem", räumte Reitze ein.

Sie bedauerte zudem, dass es kein "leicht erkenntliches Formular" gebe, mit denen Menschen nachweisen könnten, dass sie sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen könnten. Diese Leute auszugrenzen, sei "natürlich nicht schön", meine Reitze.

Rückblick

In den ersten Monaten der Corona-Krise im Frühling und Frühsommer 2020 waren die Kinos im Saarland auf behördliche Verfügung geschlossen worden. Danach durfte wieder geöffnet werden - allerdings nur unter den damals gültigen Corona-Auflagen mit Maske, Test, Abstand und begrenzter Saal-Kapazität.

Viele Filmfans blieben deshalb lieber zuhause auf dem heimischen Sofa oder genossen die Sommerabende an der frischen Luft. Der Saarbrücker Kino-Achteinhalb-Chef Waldemar Spallek sprach im Juli 2020 von einer "kleinen Katastrophe", weil rund zwei Drittel der Einnahmen weggebrochen seien. Auch camera-zwo-Betreiber Michael Krane äußerte damals seine Befürchtung, dass das Kinosterben nur "eine Frage der Zeit" sei.


Mehr zum Thema Kino im Saarland:

Schulkinowoche im Saarland
Warum das Kino den Lernerfolg verbessert
Stefan Lange, der Projektleiter der Schulkinowoche im Saarland, hat das Kinoerlebnis mit der ganzen Klasse als äußerst hilfreich erlebt. Nach der langen Trennung wegen der Corona-Krise müsse ja "erstmal wieder ein Grundkonsens von Lernwille aufgebaut werden", gab Lange im SR-Interview zu bedenken.


Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 17.11.2021 auf SR 2 KulturRadio. Das Symbolbild ganz oben zeigt leere Sitzreihen in einem Kinosaal (Foto: SR Fernsehen).

Artikel mit anderen teilen

Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja