Startschuss für das Löwenrennen von Venedig

Startschuss für das Löwenrennen

Ein Gespräch mit Kinokenner Peter Claus nach dem Eröffnungsabend der 78. Filmfestspiele von Venedig

Kai Schmieding. Onlinefassung: Rick Reitler   02.09.2021 | 08:45 Uhr

Das älteste Filmfestival der Welt hat auch 2021 wieder einige interessante Produktionen zu bieten. Schon der Eröffnungsfilm von Pedro Almodóvar rief bei dem Berliner Filmkritiker Peter Claus große Begeisterung hervor. Ein Interview.

Der Filmjournalist Peter Claus (Foto: SR / Benjamin Morris)
Der Filmjournalist Peter Claus (Foto: Benjamin Morris)

Das älteste und womöglich "schönste" Filmfestival der Welt ist eröffnet: 21 Nominierungen wetteifern bis zum 11. September in Venedig zum 78. Mal um den Goldenen Löwen.

Zum Auftakt gab's Pedro Almodóvars neues Starke-Frauen-Drama "Madres Parellelas" als Eröffnungsbeitrag, der im Januar 2022 auch in Deutschland anlaufen wird. "Ein fantastischer Film, ganz großes Kino", lobte der Berliner Filmkritiker Peter Claus im Gespräch mit SR-Moderator Kai Schmieding.

Testlauf für die "Oscars"

Auch sonst seien im Wettbewerb und im Rahmenprogramm 2021 einige vielversprechende Filme zu sehen - zum Beispiel das Science-Fiction-Spektakel "Dune" von Denis Villeneuve, die britisch-deutsche Koproduktion "Spencer" über das Leben von Lady Diana oder die Romanverfilmung "The Power of the Dog" von Jane Campion. "Ich würde mich nicht wundern, wenn wieder ein Film hier einen Preis kriegt, der dann später auch bei den Oscars 'ne wichtige Rolle spielt", sagte Claus.

Beste Stimmung

Trotz strenger Corona-Auflagen sei die Stimmung am Lido fantastisch: "Hier zeigt sich wieder mal die Kraft des Kinos". Denn auch bei Maskenpflicht im Kinosaal sei für ihn eindeutig: "Wenn das Kino gut ist, zieht es in den Bann".


Die 21 Filme im Wettbewerb:

"Madres paralelas" von Pedro Almodóvar (Spanien, Eröffnungsfilm)
"Spencer" von Pablo Larraín (Deutschland, Großbritannien)
"Il buco" von Michelangelo Frammartino (Italien, Frankreich, Deutschland)
"Mona Lisa and the Blood Moon" von Ana Lily Amirpour (USA)
"Un autre monde" von Stéphane Brizé (Frankreich)
"The Power of the Dog" von Jane Campion (Neuseeland, Australien)
"America Latina" von Damiano und Fabio D'Innocenzo (Italien, Frankreich)
"L'événement" von Audrey Diwan (Frankreich)
"Competencia oficial" von Gastón Duprat und Mariano Cohn (Spanien, Argentinien)
"Sundown" von Michel Franco (Mexiko, Frankreich, Schweden)
"Illusions perdues" von Xavier Giannoli (Frankreich)
"The Lost Daughter" von Maggie Gyllenhaal (Griechenland, USA, Großbritannien, Israel)
"Freaks Out" von Gabriele Mainetti (Italien, Belgien)
"Qui rido io" von Mario Martone (Italien, Spanien)
"On the Job: The Missing 8" von Erik Matti (Philippinen)
"Żeby nie było śladów" von Jan P. Matuszyński (Polen, Frankreich, Tschechien)
"Kapitan Volkonogov bezhal" von Natasha Merkulova und Aleksey Chupov (Russland, Estland, Frankreich)
"The Card Counter" von Paul Schrader (USA, Großbritannien, China)
"È stata la mano di Dio (Die Hand Gottes)" von Paolo Sorrentino (Italien)
"Vidblysk (Reflection)" von Valentyn Vasyanovych (Ukraine)
"La caja" von Lorenzo Vigas (Mexiko, USA)


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Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 02.09.2021 auf SR 2 KulturRadio. Das Bild ganz oben zeigt Penelope Cruz am 1. September 2021 auf dem Roten Teppich (Foto: picture alliance/dpa/Invision/AP | Joel C Ryan).

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