Als der "Inschriftenfälscher von Nennig" die Gelehrten narrte

Als der "Inschriftenfälscher von Nennig" die Gelehrten narrte

Ein Gespräch mit Thomas Martin, Kurator beim Museum für Vor- und Frühgeschichte in Saarbrücken, über den "Inschriftenfälscher von Nennig"

Jochen Erdmenger. Onlinefassung: Rick Reitler   16.06.2021 | 13:15 Uhr

Vom 1. Juni bis zum 31. Dezember zeigt das Deutsche Zeitungsmuseum in Wadgassen (DZM) eine Ausstellung über Falschmeldungen. Darin ist auch eine Sonderpräsentation über den Fall des "Inschriftenfälschers von Nennig" zu sehen. Ein Interview mit Kurator Thomas Martin.

Vor rund 160 Jahren sorgte eine Posse aus der nordwestlichen Saar-Region für einen deutschlandweit wahrgenommenen Kulturskandal: Die Rede ist vom "Nenniger Inschriftenfälscher".

Kaiser Trajan an der Saar?

Ein Exponat der Sonderpräsentation zum "Inschriftenfälscher von Nennig" (Foto: Museum für Vor- und Frühgeschichte, Saarbrücken, Stiftung Saarländischer Kulturbesitz)
Ein Exponat der Sonderpräsentation zum "Inschriftenfälscher von Nennig" (Pressefoto: Museum für Vor- und Frühgeschichte, Saarbrücken; Stiftung Saarländischer Kulturbesitz)

Der gelernte Bildhauer Heinrich Schaeffer hatte die Aufregung um den damals gerade entdeckten, berühmten römischen Mosaikboden genutzt, um den Archäologen im Zuge der weiteren Ausgrabungen selbst hergestellte Wandmalerei und Steininschriften unterzujubeln, die als Funde aus der Zeit des römischen Kaisers Trajan klassifiziert werden sollten. Doch als ein Gelehrtenstreit entbrannte, flog der Betrug bald auf...

Archäologie-Krimi

Die Geschichte wird zurzeit im Rahmen einer Sonderpräsentation in der Ausstellung "Breaking News – Making News – Faking News. Von Gutenberg bis Trump" im Deutschen Zeitungsmuseum Wadgassen aufgearbeitet.

SR-Moderator Jochen Erdmenger hat mit Kurator Thomas Martin vom Museum für Vor- und Frühgeschichte in Saarbrücken gesprochen, dessen Haus die Hintergründe des Archäologie-Krimis zusammen getragen hat.

Mehr über die Ausstellung: https://www.kulturbesitz.de


Die Sonderpräsentation zum "Inschriftenfälscher von Nennig" im Deutschen Zeitungsmuseum Wadgassen (Foto: Museum für Vor- und Frühgeschichte, Saarbrücken)
Die Sonderpräsentation zum "Inschriftenfälscher von Nennig" im Deutschen Zeitungsmuseum Wadgassen (Pressefoto: Museum für Vor- und Frühgeschichte, Saarbrücken)


Der berühmte römiosche Mosaikfußboden im saarländischen Nennig (Foto: Museum für Vor- und Frühgeschichte, Saarbrücken)
Hier begann die Geschichte um den Inschriftenfälscher: Der römische Mosaikfußboden im saarländischen Nennig (Pressefoto: Museum für Vor- und Frühgeschichte, Saarbrücken)



12. Juni bis 5. September 2021

Der Inschriftenfälscher von Nennig – ein deutscher Archäologie-Krimi im 19. Jahrhundert

Das Museum für Vor- und Frühgeschichte zu Gast im Deutschen Zeitungsmuseum. Eine kriminalistisch-archäologische Sonderpräsentation im Rahmen der Sonderausstellung:

Making News – Breaking News – Faking News. Von Gutenberg zu Trump.
Eine medienkritische Ausstellung

Deutsches Zeitungsmuseum
Am Abteihof 1
66787 Wadgassen

Voraussetzung für den Einlass ist eine vorherige Terminreservierung, die über ein Online-System erfolgt.

Weitere Informationen, auch zu den Corona-Auflagen:
Kulturbesitz.de


Ein Beitrag zur Ausstellung von SR-Reporter Jochen Erdmenger
"Fake News" im Zeitungsmuseum Wadgassen
Bis zum 31. Dezember zeigt das Deutsche Zeitungsmuseum in Wadgassen (DZM) eine Ausstellung über Falschmeldungen, die die Massenmedien verbreiteten - oder die den Massenmedien unterstellt wurden. SR-Reporter Jochen Erdmenger hat sich die Schau schon angesehen.


Ein Thema in der Sendung "Der Nachmittag" vom 15.06.2021 und vom 16.06.2021 auf SR 2 KulturRadio. Das Bild ganz oben zeigt einen Teil der Sonderpräsentation zum "Inschriftenfälscher von Nennig" im Deutschen Zeitungsmuseum Wadgassen (Pressefoto: Museum für Vor- und Frühgeschichte, Saarbrücken).

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