"Hack the Crisis": Die freie Kulturszene sucht nach Auswegen

Die freie Kulturszene sucht nach Auswegen

Ein Beitrag von SR-Reporter Chris Ignatzi

Onlinefassung: Rick Reitler   12.05.2021 | 06:25 Uhr

Beim Online-Workshop "Hack the Crisis" der Corona-gebeutelten freien Kulturszene an der Saar schalteten sich am 11. Mai rund ein Dutzend Betroffene zusammen, um eine Zukunftsperspektive zu finden. Am Ende stand ein "prall gefülltes Online-Whiteboard" mit strategischen Ideen.

Wie kann es angesichts der andauernden Corona-Krise mit der freien Kulturszene weiter gehen? Das Institut für strategische Ästhetik K8 und die Kooperative S:Coop stehen in der saarländischen Kulturszene für neue Wege in der Digitalisierung. Bei ihrem gemeinsamen Online-Workshop "Hack the Crisis" schalteten sich am 11. Mai 2021 rund ein Dutzend freie Kulturschaffende zusammen, um eine Zukunftsperspektive auch ohne direkten Live-Kontakt zum Publikum zu finden.

Strategische Ideen gesammelt

Doch "Antworten an sich gibt es nicht", meinte selbst K8-Geschäftsführerin Julia Hartnik gleich zu Beginn des fünfstündigen Treffens im virtuellen Arbeitsraum, wie SR-Reporter Chris Ignatzi berichtet. Am Ende aber war doch ein "prall gefülltes Online-Whiteboard" mit strategischen Ideen fertig.

Kooperation, zentrale Stelle, runder Tisch

Einige Punkte kristallisierten sich dabei besonders heraus: Die Betroffenen sollten sich Unterstützung über eine stärkere Anbindung an "Communities" suchen, außerdem die grenzübergreifende Zusammenarbeit stärken und "eine zentrale Geschäftsstelle, geteilt unter Umständen mit mehreren Akteuren" einrichten, um "die eigene Handlungsfähigkeit zu verstärken", so Hartniks Zusammenfassung. Außerdem soll es nach dem Wunsch der freien Theaterregisseurin Corinna Preisberg regelmäßig einen "Runden Tisch" geben, um gemeinsam "eine Verbesserung der bestehenden Strukturen" zu erreichen.

Nach Frankreich und Luxemburg schauen

Mirka Borchardt vom Netzwerk Freie Szene Saar empfiehlt den verstärkten Blick nach Frankreich und Luxemburg, um sich mit den dortigen Kulturschaffenden über die jeweiligen Förderstrukturen und die Publikumsakquise auszutauschen, um auf dieser Grundlage vielleicht gemeinsame Veranstaltungen zu planen.


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Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" am 12.05.2021 auf SR 2 KulturRadio. Das Bild ganz oben zeigt die K8-Geschäftsführerin Julia Hartnik bei einem früheren Besuch im SR 2-Studio (Foto: Rick Reitler).

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