Woher kommen die Kunstwerke?

Woher kommen die Kunstwerke?

Ein Beitrag zum Internationalen Tag der Provenienzforschung

Oliver Kranz. Onlinefassung: Rick Reitler   15.04.2021 | 06:00 Uhr

Die Akademie der Künste in Berlin hat im Rahmen des Modellprojekts "Woher kommen die Kunstwerke?" einen Großteil ihrer Bestände auf ihre rechtmäßige Herkunft durchleuchten lassen. Die Ergebnisse werden nun im Internet präsentiert.

Wenn Kunstwerke geraubt, gestohlen oder zu Unrecht beschlagnahmt wurden, drohen den Besitzerinnen oder Besitzern Rückgabeforderungen von den rechtmäßigen Eigentümern. Um nicht davon überrascht zu werden, untersuchen Museen und Galerien ihre Sammlungen.

"Zeitraubende Detektivarbeit"

An der Akademie der Künste in Berlin (AdK) geht nun ein diesbezügliches Modellprojekt zu Ende, bei dem ein Großteil des Gemälde- und Skulpturenbestands des Hauses systematisch untersucht wurde. Finanziell ermöglicht wurde diese "sehr, sehr zeitraubende Detektivarbeit" durch das Deutsche Zentrum für Kulturgutverlust in Magdeburg, wie AdK-Archivleiter Werner Hegewald bestätigt.

Nur bei sieben von 993 untersuchten Werken wurde eine bedenkliche Provenienz festgestellt. Die Untersuchungsergebnisse werden im Detail seit dem 15. April im Internet präsentiert.

Akademie der Künste Berlin: digital.adk.de


"Tag der Provenienzforschung"

Welchen Weg hat ein Gemälde, ein antikes Buch oder eine Skulptur vom Urheber bis zum Museum eigentlich hinter sich? Wem gehörte das Kunstwerk einst? Wechselte es seine Besitzer legal? Oder gelangte es im Zuge von Kriegen oder Kolonialismus in die Hände der augenblicklichen Besitzer? Mit solchen Fragen beschäftigt sich die Provenienzforschung, ein Zweig der Kunstgeschichte.

Der Arbeitskreis Provenienzforschung e.V. macht sich besonders stark für das Thema - und hat dafür vor einigen Jahren den "Tag der Provenienzforschung" initiiert. 2021 wurde dieser Tag am 14. April begangen.


Ein Thema in der Sendung "Der Nachmittag" vom 14.04.2021 auf SR 2 KulturRadio. Das Symbolbild ganz oben zeigt die Rückseite eines Stilllebens mit Zitrone und Haselnüssen von August Futterer, dessen Provenienz schon 2015 geklärt und als unbedenklich eingestuft wurde (Archivfoto: picture alliance / dpa | David Ebener).

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