Tobias Müller über die Öffnungsperspektive der Kulturszene

"Wir müssen uns mit Realitäten befassen"

Der Autor und Kulturjournalist über die Perspektive der Kulturschaffenden in Deutschland

Gabi Szarvas   16.03.2021 | 16:19 Uhr

Seit ziemlich genau einem Jahr befindet sich die Kultur im Lockdown. Nun zeichnet sich allmählich so etwas wie eine Öffnungsperspektive ab. Am kommenden Freitag öffnen zumindest Museen und städtische Galerien im Saarland wieder. SR-Moderatorin Gabi Szarvas hat darüber mit dem Autor und Kulturjournalisten Tobias Müller gesprochen.

Die deutsche Kulturlandschaft sei "extrem divers", meint Tobias Müller im SR-Interview. Es gebe aber tatsächlich sehr viel verschiedene Kultur-Hilfsprogramme vom Bund, den Ländern und zum Teil sogar den Kommunen. Aber das seien alles immer noch Notprogramme, so Müller. "Wir sollten aufpassen, die Künstler jetzt nicht als gerettet zu erachten. Das wäre ein grober Fehler."

Die Diversität der deutschen Kulturlandschaft

Der Erhalt der großen Diversität der Kunstschaffenden könne nur in einer "gemeinsamen Kraftanstrengung" mit vielen verschiedenen Plänen geschafft werden, erklärt Müller. Und selbst dann werde nicht alles klappen: "Wir müssen uns jetzt schon mit Realitäten befassen." In Berlin z. B. hätten bereits 20 Prozent der Musikerinnen und Musiker aufgehört, "die entweder umschulen, was anderes machen oder auch Arbeitslosengeld II beziehen".

Müller denkt, dass Kulturförderung in Zukunft völlig anders gedacht werden muss, "nämlich als ein viel stärkeres Miteinander, um diese Diversität auch in den Institutionen zu gewährleisten."

Das gesamte Interview hören Sie im Audio!

Ein Thema in der Sendung "Der Nachmittag" am 16.03.2021 auf SR 2 KulturRadio.

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