Ausstellung "Mon trésor" vor Wiedereröffnung

"Mon trésor – Europas Schatz im Saarland"

Nach coronabedingter Verschiebung wird die Ausstellung "Mon trésor" ab dem 19. März in der Völklinger Hütte eröffnet

Barbara Grech   16.03.2021 | 09:42 Uhr

Stellen Sie sich vor, es gibt einen Schatz – und keiner findet ihn. So ähnlich ist es der Ausstellung "Mon trésor – Europas Schatz im Saarland" im Weltkulturerbe Völklinger Hütte. Wegen der Corona-Maßnahmen war sie noch nicht zu sehen. Doch ab dem 19. März können die Saarländer die Schätze entdecken. SR-Reporterin Barbara Grech hat die Ausstellung bereits besucht.

Was haben der Gollenstein, ein kleiner Zettel mit einer darauf gekrizelten Botschaft und ein Gemälde von Albert Weisgerber gemeinsam? Sie alle sind Schätze, die in der Gebläsehalle des Weltkulturerbes "Völklinger Hütte" gewürdigt werden.

Was ist ein Schatz?

Ausstellung "Mon trésor" in der Völklinger Hütte (Foto: Oliver Dietze / Völklinger Hütte)
Ausstellung "Mon trésor" in der Völklinger Hütte

Daran erkennt man schon: Ein Schatz kann zwar kostbar aber nicht unbedingt wertvoll sein, so der Generaldirektor des Weltkulturerbes, Ralf Beil. Ihm geht es vor allem um die Bedeutung und Geschichte der Objekte, die in "Mon trésor" gezeigt werden. "Wir haben hier wirklich tausende Quadratmeter von Schätzen ausgebreitet", so Beil.

Was ein Schatz ist, liegt im Auge des Betrachters: Sind es die barocken Pappmaché Möbel aus Pont a Mousson, die da in der Maschinen-Szenerie der Gebläsehalle ihre volle Pracht entfalten? Oder ist es die Bierdeckel-Bude, in der sich die Hütten-Arbeiter in ihrer Pause ein kühles Blondes gegönnt haben?

Oder sind es die bernstein-farbenen Vasen und Schalen, die da so edel glitzern, obwohl sie gar nicht so wertvoll sind, wie sie aussehen? In der Fenner Glashütte produziertes Pressglas war kein edles Kristallglas, erklärt Ralf Beil. Trotzdem sei es eine Zeit lang hochmodern gewesen und ein schönes Beispiel für die saarländische Industriekultur.

Dem Sammler sei Dank

Fenner Glashütte, Vase "Narzisse", Schalen "Wotan" und "Gloria", 1812 – 1939 (Foto: Weltkulturerbe Völklinger Hütte/Hans-Georg Merkel)
Fenner Glashütte, Vase "Narzisse", Schalen "Wotan" und "Gloria", 1812 – 1939

Diesen funkelnden Auftritt der Press-Glas-Schönheiten haben wir Peter Nest zu verdanken. Er sammelt seit den 1980iger Jahren die Stücke aus der Fenner Glashütte. Damals waren die Schalen und Vasen noch als Kitsch bekannt, der auf der Anrichte der Oma vor sich hin staubte.

Mittlerweile sind die Fabrikate ziemlich rar geworden. Auf Flohmärkten könne man sie noch vereinzelt findet, verrät Nest. Er hat bisher über 1000 Stücke gesammelt und inzwischen dem Glas- und Heimat-Museum in Ludweiler übergeben. Ein paar Stücke sind jetzt in der Ausstellung "Mon trésor" zu sehen.

Die Ausstellung

Dauer der Ausstellung: 19. März bis 27. Juni

Aufgrund von Coronamaßnahmen ist die Besucherzahl in der Ausstellung begrenzt, um den nötigen Abstand einhalten zu können. Das Zeitfensterticket kann ab sofort im Online-Ticketshop auf der Website der Völklinger Hütte gebucht werden. (www.voelklinger-huette.org)

Eröffnung am 19. März

Wiedereröffnung am Freitag
Völklinger Hütte erstrahlt in Rot
Nach gut vier Monaten Zwangspause erstrahlt das Weltkulturerbe Völklinger Hütte zur Wiedereröffnung an diesem Freitag in neuem Licht: und zwar in Rot. Für mindestens einen Monat werde die Hochofengruppe rot leuchten, kündigte die Völklinger Hütte an.

Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" am 15.03.2021 auf SR 2 KulturRadio.

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