Kurt Bohrs Träume für die Musikstadt Saarbrücken

Kurt Bohrs Träume für die Musikstadt Saarbrücken

Ein Beitrag von SR-Landespolitikreporter Stephan Deppen

Onlinefassung: Rick Reitler   25.02.2021 | 07:25 Uhr

Dr. Kurt Bohr (SPD), Vorstand der Gesellschaft für Kulturpolitik, will für die Musikhochschule ein neues Gebäude am Römerkastell errichten lassen - als Teil eines 70 Millionen teuren "Musikzentrums" inklusive neuer Konzerthalle. Doch viel Unterstützung von Stadt und Land für seine Ideen ist derzeit nicht in Sicht.

Hochschule für Musik Saar (Foto: R. Reitler)
Die Hochschule für Musik Saar im Herzen der Landeshauptstadt (Archivfoto: Rick Reitler)

Der frühere Staatssekretär Dr. Kurt Bohr (SPD), heute Vorstand der Gesellschaft für Kulturpolitik und Vorsitzender des Fördervereins Saarphilharmonie, setzt sich seit Jahren für eine Neuaufstellung der Saarbrücker Musikszene ein.

Ginge es nach ihm, dann sollte die Hochschule für Musik (HfM Saar) in ein Teilgebäude eines noch zu errichtenden "Musikzentrums" auf dem ehemaligen Becolin-Gelände am Römerkastell umziehen. Auch ein Konzertsaal sollte hier entstehen, um eine adäquate Spielstätte für die Deutsche Radio Philharmonie und das Staatsorchester Saarbrücken zu besitzen - auch, um mit den Standorten Metz und Luxemburg konkurrieren zu können.

Das gesamte Musikzentrum soll nach Bohrs Berechnungen insgesamt 70 Millionen kosten, die man zur Hälfte vom Bund erstattet bekommen könnte. Somit würde man für "nur" 35 Millionen Euro "riesige Synergieeffekte" für die Musikstadt Saarbrücken schaffen, so Bohr im Gespräch mit SR-Reporter Stephan Deppen.

Stadt hat andere Pläne

Doch sowohl der Becolin-Grundstückseigentümer als auch die Stadt Saarbrücken planen auf dem seit Jahren brach liegenden Gelände ein ein "urbanes Quartier" für Gewerbe- und Wohngebäude. Statt umzuziehen, soll die Musikhochschule in der Innenstadt nach dem Willen der Stadt "nur" saniert werden.

Kurt Bohr von der Kulturpolitische Gesellschaft (Foto: aktueller bericht)
Dr. Kurt Bohr (Archivfoto: SR Fernsehen)

Bohr kontra Hans

Bohr will seinen Traum allerdings nicht begraben - auch wenn sogar aus der Staatskanzlei Gegenwind kommt: Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) hatte kürzlich in einem Zeitungsinterview erklärt, dass ihm "die Fantasie" für Bohrs Vision fehle. "Wenn der Ministerpräsident meint, dass 3,5 Millionen im Landeshaushalt jetzt über zehn Jahr nicht finanzierbar sind, bei gleichzeitiger Reduzierung der Betriebskosten für die Musikhochschule, dann frage ich mich, was denn mit dem ganzen Geld, das im Landeshaushalt ist, gemacht werden soll", konterte Bohr. Eine bessere Werbung als ein neues Musikzentrum am Römerkastell könne man sich "für das Saarland gar nicht wünschen", so Bohr.

Saarlandhalle privatisieren

Auch für die Saarlandhalle schlägt Bohr einen neuen Ansatz vor: Die in die Jahre gekommene Event-Location könnte für Sport- und Gesundheitsangebote privatisiert werden. Eine neue, flexible Halle könnte in der Nähe der Congresszentrum am Bürgerpark entstehen, so Bohrs Wunsch.


Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 25.02.2021 auf SR 2 KulturRadio. Das Bild ganz oben zeigt eine ältere Aufnahme des Becolin-Gebäudes am Saarbrücker Römerkastell. Es wurde vor einiger Zeit abgerissen (Archivfoto: Pasquale D'Angiolillo).

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