Kitsch oder Kunst im Historischen Museum Saar?

Kitsch oder Kunst im Historischen Museum Saar?

Das Historische Museum Saar restauriert zwei Gemälde des Historienmalers Anton von Werner

Barbara Grech. Onlinefassung: Rick Reitler   24.02.2021 | 20:00 Uhr

Ab dem 27. Februar sollten in der Ausstellung "Monumente des Krieges" Gemälde des Historienmalers Anton von Werner im Historischen Museum Saar zu sehen sein - doch die Lockdown-Politik erlaubt es nicht. Angesichts der heroischen Bildsprache stellt sich unabhängig davon wieder einmal die Frage: "Kunst oder Kitsch"?

Die Gemälde aus dem legendären Saarbrücker Rathauszyklus des Historienmalers Anton von Werner (1843-1915) sind für das Saarland von großer historischer Bedeutung. Ob es sich um Propaganda-Kitsch oder wahre Kunst handelt, ist allerdings umstritten.

Größter Ankauf in der Museumsgeschichte

Der Maler war einst vom deutschen Kaiser beauftragt worden, große Gemälde für einen eigens gebauten Saal in Saarbrücken zu malen, die den Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 rühmen sollten. Jahrelang galten die Bilder als verschollen - bis das Historische Museum Saar den kompletten Zyklus mit sieben Arbeiten ankaufte. Es handelt sich nach Aussage von Museumsleiter Simon Matzerath "um den größten Ankauf in der Geschichte des 1985 gegründeten Museums" überhaupt.

Hoffen auf Publikumserlaubnis

Zwei der riesigen Gemälde werden zurzeit vor Ort restauriert - nämlich "Die Ankunft des preußischen Königs in Saarbrücken" und eine Graf-Bismarck-Darstellung.

Ab dem 27. Februar sollte man den Restaurierungsarbeiten zuschauen können und zugleich die übrigen fünf Bilder des Zyklus zu sehen bekommen, die bereits zwischen 1998 und 2001 von russischen Experten in Thüringen auf privater Basis wiederhergestellt worden waren - alles als Bestandteil der Ausstellung "Monumente des Krieges". Doch wegen des anhaltenden Lockdwons darf das Museum dafür nun vorläufig nicht öffnen.


Historisches Museum Saar

Geplant bis zum 31. Oktober 2021
(Öffnungsdatum unbekannt)

Monumente des Krieges

Der Saarbrücker Rathauszyklus Anton von Werners und unser Bild vom Deutsch-Französischen Krieg 1870/71

Im Netz: https://www.historisches-museum.org


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Eigentlich sollte der frisch restaurierte Reichskanzler Otto von Bismarck ab dem 27. Februar im Historischen Museum Saar zu sehen sein. Schon im Januar war er zur Überarbeitung von seinem St. Ingberter Depot nach Saarbrücken gebracht worden. In seiner Ausstellung über "Monumente des Krieges" wollte das Museum einen neuen Blick auf unsere Wahrnehmung des deutsch-französischen Konfliktes werfen.


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Ein Thema u. a. in der Sendung "Der Nachmittag" vom 10.02.2021 und in "Der Morgen" am 11.02.2021 auf SR 2 KulturRadio. Das Symbolbild ganz oben zeigt das Historische Museum Saar am Saarbrücker Schlossplatz (Archivfoto: Lisa Huth).

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