Prof. Oliver Strauch: "Hier steht eine Berufsgruppe vor dem Kollaps"

"Hier steht eine Berufsgruppe vor dem Kollaps"

Ein Gespräch mit Jazz-Professor Oliver Strauch über seine Künstler-Initiative in Corona-Zeiten

Gabi Szarvas. Onlinefassung: Rick Reitler   20.10.2020 | 15:25 Uhr

Der Saarbrücker Schlagzeug-Professor Oliver Strauch hat einen Aufruf zur Rettung der Kulturszene gestartet. Momentan stehe "eine Berufsgruppe vor dem Kollaps", sagte er im Gespräch mit SR-Moderatorin Gabi Szarvas. Jeder Einzelne sei gefordert, sich für die Betroffenen einzusetzen.

Den Lockdown-Schock hat die Kulturwelt noch lange nicht verdaut: Nach wie vor sind viele Konzerte, Ausstellungen, Lesungen oder Theatervorführungen nur sehr eingeschränkt oder gar nicht erlaubt. Und angesichts steigender Zahlen von positiven PCR-Tests drohen von Seiten der Corona-Politik von Bund und Ländern auch im Saarland schon wieder härtere Einschnitte.

"Es geht nicht um Almosen"

Der Saarbrücker Schlagzeug-Professor Oliver Strauch hat am 19. Oktober in den Sozialen Medien einen Aufruf zur Rettung der Kulturszene gestartet. Darin fordert er nicht nur die Politik auf, freie Künstlerinnen und Künstler zu unterstützen, sondern auch private Mäzene, den Geldbeutel freiwillig aufzumachen. Bei der finanziellen Förderung von Live-Events gehe es aber "nicht um Almosen", sondern um einen Ausgleich für eine "künstlerische, wertige Gegenleistung" und um einen "Weg, wie man die Musik wieder zum Klingen bringen kann", sagte Strauch im Gespräch mit SR-Moderatorin Gabi Szarvas.

Auch privat für Künstler stark machen

Generell sollten sich die Gesellschaft und jeder Einzelne die Frage stellen, was ihr bzw. ihm bildende Kunst oder Musik eigentlich wert seien. Jetzt sei jeder Einzelne gefragt, sich für die betroffenen Künstlerinnen und Künstler stark zu machen - auch im Gespräch. Denn augenblicklich stehe "eine Berufsgruppe vor dem Kollaps", so Strauch.


Ein Thema in der Sendung "Der Nachmittag" vom 20.10.2020 auf SR 2 KulturRadio. Das Archivbild ganz oben zeigt Prof. Oliver Strauch bei einem früheren Besuch im SR 2-Studio (Foto: Benjamin Morris).

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