Kulturforum der Sozialdemokratie startet Künstler-Nothilfefonds

Künstler-Nothilfefonds ins Leben gerufen

Eine Initiative des Kulturforums der Sozialdemokratie Saarland e.V.

Sally-Charell Delin / Onlinefassung: Rick Reitler   31.03.2020 | 16:25 Uhr

Corona-Krise: Das bedeutet speziell für Live-Künstler keine Auftritte - und damit Ebbe in der Kasse. Das Kulturforum der Sozialdemokratie Saarland e.V. hat dehalb eine Spendenaktion gestartet, die den Betroffenen unter die Arme greifen will. Ein Gespräch mit Kulturforum-Vorstand Burkhard Jellonnek.

Dr. Burkhard Jellonnek (Foto: Mechthild Schneider)
Dr. Burkhard Jellonnek (Foto: Mechthild Schneider)

Keine Kneipen, keine Theater- oder Konzertbühnen mehr: Die Auflagen infolge der Corona-Krise bedeuten für MusikerInnen, MalerInnen und AutorInnen keine Auftritte und damit auch kein Geld.

"Bedarf sehr groß"

Das Kulturforum der Sozialdemokratie Saarland e.V. hat dehalb eine Spendenaktion gestartet, das den Betroffenen auch längerfristig unter die Arme greifen will. "Wir sind jetzt eifrig dabei, Spenden einzusammeln - auf sehr unterschiedlichen Wegen", sagte Dr. Burkhard Jellonnek, der Vorsitzende des Kulturforums, im Gespräch mit SR-Moderatorin Sally-Charell Delin. Über die Verteilung sei das letzte Wort noch nicht gesprochen. Fest stehe allerdings, dass der Bedarf sehr groß sei.

Spendenkonto eingerichtet

Spenden - auch anonyme - sind ab sofort möglich auf das Konto des Kulturforums der Sozialdemokratie Saarland e. V. bei der Sparkasse Saarbrücken:

IBAN: DE77 5905 0101 0000 0120 21

Für die Spenden kann auf Wunsch eine Quittung für das Finanzamt ausgestellt werden.
(E-Mail-Kontakt: kulturforum@spd-saar.de )


Geringe Einkommen die Regel

Nach Angaben des Kulturforums der Sozialdemokratie Saarland betrug das Jahres-Grundeinkommen jener rund 188.000 Künstlerinnen und Künstlern, die im Jahr 2019 bei der Künstlersozialversicherung versichert waren, im Durchschnitt 17.852 Euro.

Zu den Unterstützern der Initiative gehört auch der Generalintendant des Saarländischen Staatstheaters, Bodo Busse. Er sagte dem SR, vielen freien Künstlern brechen wegen der Corona-Pandemie derzeit Aufträge weg. Das betreffe etwa Schauspieler, Musiker oder Tänzer. Weil ihre Arbeitsverhältnisse häufig prekär seien, treffe das Kulturschaffende hart.


Mehr zum Thema:

Corona-Hilfsprogramme - ein Überblick
Wie Künstlerinnen und Künstlern jetzt geholfen wird
Die Corona-Pandemie trifft die Kunst- und Kulturszene besonders hart. Viele Künstlerinnen und Künstler bangen um ihre Existenz. Bund, Länder und viele weitere Institutionen haben Hilfsprogramme aufgelegt. Ein Überblick.

Was bringt die saarländische Soforthilfe?
Die saarländischen Kulturschaffenden in der Corona-Krise
Die saarländische Landesregierung hat die Künstler- und Kulturschaffenden in das Soforthilfe-Programm aufgenommen. Ob es was nutzt und wie das funktioniert - darüber berichtet SR-Kulturreporterin Barbara Grech


Weitere Fragen und Antworten

Die Kollegen von MDR Kultur haben ein umfassendes Dossier zusammengestellt mit wichtigen Fragen und Antworten für Künstlerinnen und Künstler, die von der Corona-Krise betroffen sind:

mdr.de
Fragen und Antworten zu Hilfen für freischaffende Künstler
Der Kampf gegen das Coronavirus hinterlässt überall seine Spuren - besonders auch in der Kulturbranche. Waren es zunächst größere Veranstaltungen, die nicht mehr stattfinden durften, ist der Kulturbetrieb mittlerweile gänzlich zum Erliegen gekommen. Besonders betroffen davon: freischaffende Künstlerinnen und Künstler. Bei ihnen führen die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus zu existenzbedrohenden Honorarausfällen. Was freischaffende Künstler jetzt wissen müssen.


Ein Thema in der Sendung "Der Nachmittag" vom 31.03.202 auf SR 2 KulturRadio. Das Symbolbild ganz oben zeigt eine frühere Solidaritätsaktion für Straßenmusikerinnen und -musiker (Archivfoto: Pasquale D'Angiolillo).

Artikel mit anderen teilen

Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja