"Die freischaffenden Künstler trifft es hart"

"Die freischaffenden Künstler trifft es hart"

SR-Reporter Chris Ignatzi zu den Auswirkungen der Coronakrise auf die Kultur

Interview: Katrin Aue / Chris Ignatzi / Onlinefassung: Anne Staut   13.03.2020 | 10:56 Uhr

Das Coronavirus schränkt das öffentliche Leben ein und hat inzwischen auch Auswirkungen auf die Kultur bei uns im Saarland. Deutsche Radio Philharmonie und Staatstheater haben vorerst ihre Veranstaltungen abgesagt. Aber auch im kleineren Rahmen fallen Veranstaltungen aus. SR-Reporter Chris Ignatzi war in der saarländischen Kulturszene unterwegs und hat sich umgehört.

"Mit der Situation ist längst nicht mehr zu spaßen," sagt Chris Ignatzi. Die großen Kultureinrichtungen könnten zwar vielleicht ihre Verluste auffangen, "aber die Freischaffenden, die trifft es hart." Zu ihnen gehört auch der Saarbrücker Klarinettist Helmut Eisel. Er ist nicht nur freischaffender Künstler, sondern organisiert auch selbst Veranstaltungen, unter anderem das Schulprojekt "Meet Klezmer" in der Saarbrücker Synagoge.

In diesem Jahr muss die Veranstaltung aufgrund der aktuellen Coronalage ausfallen. Die Absage kam zu einem frühen Zeitpunkt, als die israelischen Künstler und Dozenten, die im Saarland Kurse gegeben hätten, nicht mehr nach Deutschland reisen durften. Trotzdem kommen auf den Veranstalter nun Stornokosten zum Beispiel für Jugendherbergen.

GEMA-Gebühren können wegfallen

Auch die Künstler selbst müssen durch die Absage von Veranstaltungen mit Einbußen rechnen – unter anderem auch dadurch das GEMA-Gebühren wegfallen. Das kann zum Beispiel dann passieren, wenn Stücke eines Künstlers in Theaterstücken gespielt werden und die Theaterveranstaltungen dann aufgrund der Coronakrise aufallen.

Abhilfe könnte möglicherweise aus der Politik kommen. Im Saarland ist bislang noch nichts bekannt, aber auf Bundesebene gab es bereits erste Versprechungen. "Staatsministerin Monika Grütters hatte in einem Statement zugesagt, auf unverschuldete Notlagen und Härtefälle zu reagieren", so Ignatzi. Außerdem zahlt die Verwertungsgesellschaft GVL bedürftigen Künstlern als Sofortmaßnahme 250 Euro.

Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" am 13.03.2020 auf SR 2 KulturRadio.

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