Über Superhelden-Filme, Enttäuschungen und den Film des Jahres

Über Superhelden, Flops und den Film des Jahres

Eine Bilanz von SR-Filmkritiker Alexander Soyez

Holger Büchner. Onlinefassung: Rick Reitler   27.12.2019 | 06:55 Uhr

Auch das Kinojahr 2019 bescherte wieder eine Fortsetzung des Hollywood-Trends zu krachenden Superhelden-Comics und bunter Fantasy-Action. Am kommerziell erfolgreichsten war das Finale der Avengers-Reihe: "Endgame" fuhr schon in den ersten Tagen nach Veröffentlichung satte 1,2 Milliarden ein - und zwar alleine in den Vereinigten Staaten. Künstlerisch um Längen besser waren aber andere Werke, meint SR-Kino-Experte Alexander Soyez in seinem Jahresrückblick. "Alles in allem ein gutes Kinojahr", lautet sein Resumée, "eine Handvoll Herausragendes, viele gute Filme neben dem üblichen Mittelmaß und wenige herbe Enttäuschungen".

Archiv

Eine Auswahl von Soyez' Favoriten 2019:


"Parasite"
"Die coolste Goldene Palme seit 25 Jahren"
In seinem preisgekrönten Film "Parasite" konfrontiert der koreanische Regisseur Bong Joon-ho eine arme Familie in Seoul mit dem Leben der Oberklasse. Wer jetzt nur eine seichte Komödie erwartet, liegt falsch, meint SR-Filmkritiker Alexander Soyez: Für ihn ist "Parasite" mit all seinem Geist, Witz, Schrecken und Spannung nichts Geringeres als eines der ganz seltenen Leinwand-Meisterwerke: "Ein Film, bei dem man nicht mal auf den Gedanken kommt, auf die Uhr zu schauen."


Der neunte Film von Quentin Tarantino
"Once Upon a Time in Hollywood"
SR-Kinokenner Alexander Soyez hat das mit Spannung erwartete neue Opus Magnum von Kultregisseur Quentin Tarantino schon gesehen: "Once Upon a Time in Hollywood". Das Märchen mit Leonardo Di Caprio und Brad Pitt in den Hauptrollen bietet "grandiose Hollywood-Nostalgie und eine wunderschöne Kinofantasie voller prachtvoller Details und glorreicher Leinwandmomente", so sein Urteil.


Filmbiografie über Elton John
"Rocketman"
Mit "Rocketman" kommt Elton Johns Lebensgeschichte als Musical in die Kinos. Elton John ist dabei selber ausführender Produzent, sein Ehemann David Furnish Produzent und Initiator. Bei den Filmfestspielen in Cannes feierte der Film seine Weltpremiere. Auch wenn er dort mit keinem Preis belohnt wurde, konnte der Film unseren Kritik Alexander Soyez überzeugen.


"Systemsprenger" von Norah Fingscheidt
"Laut, wild, unberechenbar: Benni!"
"SYSTEMSPRENGER" heißt der Debütfilm von Norah Fingscheidt, der bei der diesjährigen Berlinale den Silbernen Bären gewonnen hat. Der Film handelt von einem neunjährigen Mädchen, das keinen Halt in der Gesellschaft zu finden scheint und damit die gesamte Zeit in große Schwierigkeiten gerät. Als deutscher Beitrag in der Kategorie "Bester fremdsprachiger Film" soll "SYSTEMSPRENGER" 2020 um den Oscar ins Rennen gehen. Ab dem 19. September kann man den Film nun auch in den deutschen Kinos sehen.


Der zweite Film von Jan-Ole Gerster
"Lara"
Nach seinem mit Preisen überschütteten "Oh Boy" hat Regisseur Jan-Ole Gerster nun seinen zweiten Kinofilm vorgelegt: "Lara" begleitet die unausstehlich zynische, zerstörerische Titelheldin an ihrem 60. Geburtstag. "Wunderschön, dramatisch, amüsant, einzigartig", meint SR-Kinoexperte Alexander Soyez, ein überragendes Frauenporträt, getragen und geführt von einer Corinna Harfouch, die in jeder Sekunde dieses Films eine Offenbarung ist".


Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 27.12.2019 auf SR 2 KulturRadio.

Das Foto ganz oben zeigt eine Szene aus dem Film "Parasite" des südkoreanischen Regisseurs Bong Joon-ho. Der Film hatte die "Goldene Palme" bei den 72. Internationalen Filmfestspielen erhalten. Die Filmfestspiele von Cannes fanden vom 14. bis 25. Mai 2019 statt.

Artikel mit anderen teilen

Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja