Renovierungsstau an der hfm Saar

Renovierungsstau macht zu schaffen

Stephan Deppen   22.10.2019 | 15:44 Uhr

Die Hochschule für Musik Saar (hfm) ist seit ihrem Bau in den 1960er Jahren ganz schön in die Jahre gekommen. Zurzeit herrscht ein ziemlich großer Renovierungsstau, der mittlerweile den laufenden Betrieb beeinträchtigt. Und zwar so sehr, dass der Rektor Prof. Wolfgang Mayer bereits im August 2019 einen "Brandbrief" verfasst hatte.

Die Hochschule für Musik in Saarbrücken (hfm saar) ist eine hoch angesehene Hochschule. Darüber hinaus ist sie - zumindest bisher - Veranstaltungsort zahlreicher Konzerte. Doch im nächsten Jahr werden es weniger sein - weil die Bausubstanz nicht mit dem künstlerischen und pädagogischen Ruf Schritt gehalten hat. Es gibt einen gravierenden Sanierungsstau und daraus resultierende Probleme.

Brandbrief der Hochschule

Im August 2019 erreichte den Saarländischen Rundfunk ein Brandbrief von Professor Wolfgang Mayer, dem Rektor der Hochschule für Musik Saar: Ab der kommenden Spielzeit müsse sich der SR aus Sicherheitsgründen für seine Ensemblekonzerte einen neuen Veranstaltungsort suchen. Denn in einem Raum seien bereits Teile von der Decke heruntergekommen, so Mayer.

Aktuell bestehe für Studierende und Gäste zwar keine akute Gefahr mehr, dennoch müsse nun dringend gehandelt werden, meint auch der zuständige Staatssekretär im saarländischen Bildungsministerium, Jan Benedyczuk: "Der Bau stammt aus den 1960er Jahren, und wie bei vielen anderen Bauten besteht natürlich dort auch Handlungsbedarf."

Sanierung im laufenden Betrieb nicht möglich

Eine Sanierung im laufenden Betrieb sei jedoch nicht möglich. Deshalb war der für 2019 geplante Baubeginn für die großen Arbeiten verschoben worden. Baulärm und filigrane Töne auf empfindlichen Instrumenten vertragen sich eben nicht. Das komplette Gebäude soll deswegen auf einmal saniert werden. Dabei spielen auch die allseits anerkannten Expansionswünsche der Hochschule für Musik mit in die Planung. Bis zu 2000 Quadratmeter zusätzlich sind im Gespräch, unter anderem für eine eigene Mensa.

Gesamtkosten: Sechs Millionen Euro

Rektor Mayer mahnt zur baldigen Entscheidung: Die Stimmung zwischen Ministerium und Hochschule sei gut, sagen beide Seiten, man arbeite gemeinsam an einer Lösung. Dabei soll das Kerngebäude in der Bismarckstraße erhalten und eventuell erweitert bleiben. Insgesamt sind rund sechs Millionen für die Sanierung veranschlagt.

Die Finanzierung sei bereits in Haushalt angelegt, so Benedyczuk. 3,9 Millionen Euro seien für 2019/20 veranschlagt für den Hanus-Bau vor dem Hauptgebäude (benannt nach dem 2013 verstorbenen Architekten Karl Hanus) und eine erste Tranche für das Haupthaus.

Eine mögliche Erweiterung könne am Stammsitz erfolgen. Denkbar wären aber auch andere Optionen, zum Beispiel eine Trennung von künstlerischen und pädagogischen Fächern. Man denke derzeit in verschiedene Richtungen, so Benedyczuk. Innerhalb des nächsten Vierteljahres solle eine Entscheidung fallen, erklärte Mayer.

Ein Thema in der Sendung "Der Nachmittag" vom 22.10.2019 auf SR 2 KulturRadio.

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