"Wo Kultur drauf steht, muss auch Kultur drin sein"

"Wo Kultur drauf steht, muss auch Kultur drin sein"

Im Interview: Prof. Christian Höppner, Generalsekretär des Deutschen Musikrates

Audio: Roland Kunz / Onlinefassung: Raphael Klein   12.09.2019 | 15:40 Uhr

Die Kultur werde in der neuen EU-Kommission unter Ursula von der Leyen stiefmütterlich behandelt, kritisiert Christian Höppner vom Deutschen Musikrat. Keiner der neu nominierten Kommissare sei im Titel für Kultur verantwortlich. Er fordert, dass der Kulturförderung in Europa ein stärkeres Gewicht beigemessen werde.

Ende September treten die Kandidatinnen und Kandidaten für die neue Kommission in Anhörungen vor das Europaparlament. Ab dem 01. November 2019 soll die neue Kommission ihre Arbeit aufnehmen. Am 10. September hat nun die designierte Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, die Portfolioverteilung der Europäischen Kommission vorgestellt. Diese Pläne seien nicht ausreichend, bemängelt Christian Höppner. Er ist Generalsekretär des Deutschen Musikrates, Präsident des Deutschen Kulturrates, Sprecher für die Sektion Musik im Deutschen Kulturrat und Vorsitzender des Fachausschusses Bildung.

"Kultur mehr denn je gefragt"

Keiner der neu nominierten EU-Kommissare sei im Titel für Kultur verantwortlich, stattdessen solle die Kulturförderung künftig bei der Generaldirektion "Innovation and Youth" angesiedelt werden. In Zeiten, in denen Gesellschaften auseinandertriften, gehe es um Inhalte und nicht um Etikettierung mit dem Label "Kultur", betont Höppner.

Darüber hinaus kritisiert der DMR das von der EU vorgesehene Kulturbudget: Für das kommende Jahr stünden aus EU-Kulturförderprogrammen insgesamt nur knapp 80 Mio. Euro zur Verfügung.

Höppner fordert, dass das Europäische Parlament und die künftige EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen der Kultur in der Kommission insgesamt eine stärkere Rolle zuweisen sollten. die Freiheit der Kunst, kulturelle Vielfalt, Toleranz und Teilhabe gelte es zu ermöglichen uzu schützen und . Hier brauche es eine grundlegende Diskussion, so Höppner.

Ein Thema in der Sendung "Der Nachmittag" vom 12.09.2019 auf SR 2 KulturRadio.

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