Deutsche Chancen in Locarno

Deutsche Chancen in Locarno

Ein Gespräch mit Korrespondent Peter Claus über den Stand der Dinge zur Halbzeit des 72. Filmfestivals von Locarno

Jochen Erdmenger. Onlinefassung: Rick Reitler   12.08.2019 | 08:15 Uhr

SR-Moderator Jochen Erdmenger hat mit Korrespondent Peter Claus eine kleine Halbzeitbilanz des Filmfestivals von Locarno gezogen. Aus deutscher Sicht besonders gelungen fand Claus das Vater-Tochter-Drama "Das freiwillige Jahr", den Actionthriller "7500" und die deutsche Koproduktion "A Febbre".

Beim ersten Festivalwochenende hat vor allem deutsche Filmkunst im Mittelpunkt gestanden, berichtet Korrespondent Peter Claus vom Lago Maggiore. Besonders beeindruckend fand er das sozialkritische Vater-Tochter-Drama "Das freiwillige Jahr" von Ulrich Köhler und Henner Winckler. Gewisse Chancen für den Publikumspreis sieht er für den Actionthriller "7500" von Patrick Vollrath, als deutsche Koproduktion habe außerdem "A Febbre", das Porträt eines indigenen Arbeiters in Brasilien, überzeugt. Claus hofft, das wenigstens ein Leopard am Ende auch nach Deutschland geht.

Hintergrund

Das 72. Internationale Filmfestival in Locarno läuft vom 7. bis zum 17. August. Es gilt als das nach Cannes, Berlin und Venedig weltweit wichtigste Filmfestival. Deutschland hat dort oft schon wichtige Preise bekommen - im vergangenen Jahr den für den besten Debütfilm namens "Alles ist gut".


Locarno 2019 im Archiv:

Das 72. Filmfestival von Locarno
"Ein klasse Eröffnungsabend"
SR-Moderator Holger Büchner hat zum Locarno-Auftakt mit Korrespondent Peter Claus u. a. das Wetter, über Deutschlands Chancen auf einen Leopard und über den Eröffnungsfilm gesprochen. Claus zeigte sich begeistert: "Ein richtig runder, schöner, guter Kinoabend" sei dem Publikum geboten worden.

Das 72. Filmfestival von Locarno
Auftakt unter neuer Leitung
Die Piazza Grande von Locarno verwandelt sich einmal im Jahr in eins der größten Open-Air-Kinos der Welt: Das Internationale Filmfestival lockt tausende Kulturinteressierte und Pressevertreter ans Ufer des Lago Maggiore in den italienischsprachigen Teil der Schweiz. 2019 geht die 72. Ausgabe des Festivals vom 7. bis zum 17. August über die Freilichtbühne - unter der neuen Leitung von Lili Hinstin. Diesmal werden 15 Leoparden verliehen. Ein Ausblick von Korrespondent Dietrich Karl Mäurer.


Eine Auswahl der Preisträger des Vorjahrs:

Goldener Leopard:
"A Land Imagined" von Yeo Siew Hua (Singapur, Frankreich, Niederlande)

Spezialpreis der Jury:
"M" von Yolande Zauberman (Frankreich)

Leopard für die beste Regie:
"Tarde para morir joven" von Dominga Sotomayor (Brasilien, Argentinien, Niederlande, Katar)

Leopard für die beste Darstellerin:
Andra Guți in "Alice T." von Radu Muntean (Rumänien, Frankreich, Schweden)

Leopard für den besten Darsteller:
KI Joobong in "Gangbyun Hotel" von Hong Sangsoo (Südkorea)

"Cineasti del presente" (Filmemacher der Gegenwart):
"Alles ist gut" von Eva Trobisch (Deutschland)


Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 08.08.2019 auf SR 2 KulturRadio.

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