"Fröhliches Spiel mit der Form"

"Fröhliches Spiel mit der Form"

Portrait des japanischen Architekten Arata Isozaki, der Pritzker Preisträger 2019 ist

Moritz Holfelder / Onlinefassung: Raphael Klein   10.03.2019 | 14:45 Uhr

Der Pritzker Preis ist die höchste Auszeichnung, die ein Architekt bekommen kann. In diesem Jahr geht er an den japanischen Architekten Arata Isozaki. Mit seinen "frischen" Bauten, die "stilistischen Kategorien trotzen", sei Isozaki niemals Trends gefolgt, sondern stets seinem eigenen Weg - so die Jury zur Begründung. Mit seinem vorausschauenden Denken gelte er als Visionär seiner Generation. Moritz Holfelder stellt Ihnen Isozaki vor.

Ende Mai und im Alter von 87 Jahren erhält Arata Isozaki, geboren 1931 in Ōita im Südwesten Japans, den renommiertesten Architekturpreis - den Pritzker Preis. Isozaki gilt als einer der großen Wegbereiter des 20. Jahrhunderts, einer, der Grenzen überwunden und als einer der wenigen japanischen Architekten außerhalb Japans gebaut hat. In Zeiten, in denen wieder Nationalismen und Mauern zum politischen Tagesgeschäft gehören, setzt die Pritzker-Auszeichnung somit auch ein Zeichen. Die Pritzker-Jury ehrt Isozaki als einen weisen "Visionär", für den es in seinen Entwürfen nicht nur um Bauwerke im materiellen Sinne, sondern auch um Gedanken-Gebäude gehe.

Der Architektur-Philosoph

Geprägt habe ihn, so Isozaki, nicht etwa die Architektur einer urbanen Umwelt, sondern die Abwesenheit einer solchen. Denn mit 14 Jahren erlebte er das Ende des zweiten Weltkrieges unweit von Hiroshima entfernt. So habe er sich gefragt, wie aus dem Nichts und den Ruinen Architektur entstehe, erzählt Isozaki: Ein Architekt sei keiner, der einfach nur Häuser baue, sondern die Zukunft gestalte und errichte. Er hat sich auch immer als Philosoph verstanden und verblüffende und anregende Sätze entsprechend zu seiner Architektur geprägt, wie: "Nicht die Wände und das Dach machen ein Haus, sondern der Raum, den sie umschließen." Isozaki kritisiert, dass durch den globalen Neoliberalismus der humanistische Ansatz aus der Architektur verschwunden sei. Er kämpfe mit seinen Ideen weiter für das Menschliche in der Baukunst. So entwirft er gerade eine Stadt der Zukunft - die experimentelle "Stadt X".

Ein Thema in der Sendung "Canapé" vom 10.03.2019 auf SR 2 KulturRadio.

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