Zwischen Freudentränen und Politik: Die "Oscars" 2019

"Green Book" bester Film des Jahres

Über die Preisverleihung 2019 in Los Angeles

Audio: Kai Schmieding & Marcus Schuler, Fotos: dpa / Chris Pizzello. Onlinefassung: Rick Reitler   25.02.2019 | 07:15 Uhr

Der "Oscar" für den besten Film des Jahres ging in der Nacht zum 25. Februar an Peter Farrellys durchaus amüsantes Sechziger-Jahre-Rassismusdrama "Green Book". Bester Regisseur war nach Meinung der Jury Alfonso Cuarón ("Roma"), der auch in den Kategorien Kamera und Auslandsproduktion abräumte. Deutsche Filmemacher gingen diesmal leer aus.

"Die Preise hätten an andere, schärfere Filme gehen sollen"
Audio [SR 2, Gabi Szarvas / Peter Claus, 25.02.2019, Länge: 04:48 Min.]
"Die Preise hätten an andere, schärfere Filme gehen sollen"

Die Jury des "Academy Award" hat den "Oscar" für den besten Film des Jahres in der Nacht zum 25. Februar an Peter Farrellys Sechziger-Jahre-Rassismusdrama "Green Book" vergeben. Das Werk gewann außerdem die Auszeichungen für das beste Originaldrehbuch (Brian Hayes Currie, Peter Farrelly und Nick Vallelonga) und für den besten Nebendarsteller, nämlich Mahershala Ali.

Als Beste Hauptdarsteller wurden Rami Malek für seine Darstellung des Queen-Sängers Freddy Mercury ("Bohemian Rhapsody") und Olivia Colman in der Rolle der englischen Königin Anne in "The Favourite - Intrigen und Irrsinn" geehrt.

Auslandsoscar für "Roma"

tagesschau.de
"Green Book" als bester Film ausgezeichnet
In der Nacht zum 25. Februar sind in Los Angeles die Oscars verliehen worden.

"Bohemian Rhapsody" von Bryan Singer heimste insgesamt vier Oscars ein - mehr als jeder andere Film des Jahrgangs 2019. Der haushohe Favorit "Roma" blieb mit "nur" drei Preisen bei zehn Nominierungen etwas hinter den Erwartungen zurück. Immerhin aber ging der Regie-Oscar an Roma-Regisseur Alfonso Cuarón, dessen Film auch in den Kategorien Kamera und Auslandsproduktion abräumte. Florian Henckel von Donnersmarcks "Werk ohne Autor" ging in der Sparte "Bester nichtenglischsprachiger Film" somit leer aus.

Auch die übrigen deutschen Hoffnungsträger - "Werk ohne Autor"-Kameramann Caleb Deschanel und Maskenbildnerin Pamela Goldammer ("Border") hatten das Nachsehen gegen die starke Konkurrenz.

Bester Filmsong: "Shallow"

Das war die Oscar-Gala 2019
Audio [SR 2, Kai Schmieding / Marcus Schuler, 25.02.2019, Länge: 03:08 Min.]
Das war die Oscar-Gala 2019

Lady Gaga sorgte für einen der bewegendsten Momente des Abends: Unter Freudentränen nahm die Popsängerin den Preis für den besten Filmsong ("Shallow") entgegen, den sie selbst komponiert und mit Filmpartner Bradley Cooper im Drama "A Star is Born" noch wenige Minuten vor dem Gewinn auf der Bühne des Dolby Theatres in Los Angeles zum Besten gegeben hatte.

Foto ganz oben: Brian Hayes Currie, Peter Farrelly und Nick Vallelonga nehmen während der Verleihung der 91. Academy Awards, den Oscars 2019 im Dolby Theatre, die Auszeichnung für das beste Originaldrehbuch für "Green Book" entgegen (dpa / picture alliance /Invision / AP / Chris Pizzello)


Mehr über den "Besten Film":

Eine Rezension von Alexander Soyez
"Green Book - Eine besondere Freundschaft"
Mit fünf Nominierungen ging "Green Book" von Peter Farrelly als einer der ganz großen Favoriten ins Oscar-Rennen 2019. Die Tragikomödie erzählt die Geschichte der Beziehung zwischen dem Jazzpianisten Don Shirley (Mahershala Ali) und seinem Chauffeur Tony Lip (Viggo Mortensen). Ein mit leichter Hand inszeniertes Gemälde der gesellschaftlichen Verhältnisse in den 1960er Jahren Amerikas, meint SR-Filmexperte Alexander Soyez: "Überaus menschlich und amüsant".

Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 25.02.2019 auf SR 2 KulturRadio.