Vom Filmklassiker zur Serie: "M"

Vom Filmklassiker zur TV-Serie: "M"

Ein Gespräch mit Berlinale-Reporter Jan Tussing zur Neuauflage von "M – eine Stadt sucht einen Mörder"

Audio: Steffen Kolodziej, Foto: dpa/AUSTRIA OU / APA / Hans Punz, Onlinefassung: Anne Staut   15.02.2019 | 16:25 Uhr

Der Österreicher David Schalko hat aus Fritz Langs Filmklassiker "M – eine Stadt sucht einen Mörder" eine sechsteilige Serie gemacht und die Handlung nach Wien verlegt. Das Remake ist mit Lars Eidinger, Moritz Bleibtreu und Sophie Rois hochkarätig besetzt und wurde gerade auf der Berlinale vorgestellt. Reporter Jan Tussing hat sich die Miniserie angesehen.

Ein Mann kauft einem kleinen Mädchen einen Luftballon und damit nimmt das Unheil seinen Lauf: Der Film "M – eine Stadt sucht einen Mörder" aus dem Jahr 1931 erzählt die Geschichte eines Kindermörders, der eine deutsche Millionenstadt unsicher macht.

Handlung weitgehend identisch

Auch in David Schalkos Miniserie finden sich laut Berlinale-Reporter Jan Tussing viele Elemente aus dem Original. So sei die Handlung weitgehend identisch mit den Wendungen in dem Buch von Fritz Lang. Unterschiede gebe es jedoch bei der Länge und dem Handlungsort der Serie. Mit 300 Minuten sei Schalkos Neuauflage doppelt so lang wie das Original. Außerdem spiele die Handlung im Wien des Jahres 2018.

Darüber hinaus gebe es gesellschaftliche Parallelen zu der Zeit, in der Langs Film entstand. Damals gab es viele soziale Probleme und Lang zeige, wie Menschen in dieser Situation einen Sündenbock gesucht haben. Dieses Motiv greife auch Schalko wieder auf: "Er zeigt, wie sich ganz unbescholtene Bürger radikalisieren, Sündenböcke aufgebaut werden und auch Demagogen das Sicherheitsbedürfnis zur Errichtung eines Polizeistaats nutzen", erklärt Tussing.

Kein modernes Schauermärchen

Trotz seiner Machart als "modernes Schauermärchen" (Schalko) brauche das Publikum aber nicht unbedingt starke Nerven, so Tussing: Die Miniserie sei eher amüsant, ganz grell und daher sehr bunt, wie im Traum oder auch Alptraum. "Schalko spielt mit Gruselelementen, um sie dann aber auch selber wieder durch den Kakao zu ziehen." Er versuche eine Karikatur des Dreißiger-Jahre-Films zu machen. Dabei gebe es auch Elemente aus anderen Filmen zu entdecken, wie etwa den bekannten Horrorclown aus Stephen Kings‘ "Es".

Zu sehen sei "M – Eine Stadt sucht einen Mörder" ab dem 17. Februar im ORF. Außerdem sei die Miniserie ab dem 23. Februar beim Streaming-Dienst TVnow abrufbar.


"M – Eine Stadt sucht einen Mörder"
Österreich 2018
Regie & Buch: David Schalko
6 mal ca. 50 Min. Laufzeit

Darsteller: Sarah Viktoria Frick, Gerhard Liebmann, Verena Altenberger, Lars Eidinger, Moritz Bleibtreu, Sophie Rois, Dominik Maringer, Julia Stemberger u. a.

Erstausstrahlung: 17. Februar 2019 (ORF)

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