Mittellang und sehenswert im Ophüls-Wettbewerb

Mittellang und sehenswert

Audio: Martin Breher, Fotocollage: Mauserfilm, ArcticFoxFilm, HfK Bremen   16.01.2019 | 08:25 Uhr
Max Ophüls Preis 2019
Die mittellangen Filme im Wettbewerb
14 Filme umfasste die diesjährige Auswahl, darunter elf Uraufführungen. Sie standen im Wettbewerb um einen Jury- und einen Publikumspreis.


So genannte "mittellange" Filme haben einige Vorteile: Man kann darin all das erzählen, was für einen Kurzfilm zu lang und für einen Spielfilm zu kurz ist; und sie sind meist mit überschaubarem Aufwand und Budget zu verwirklichen. Ein Format also, dass für das Saarbrücker Nachwuchsfilmfestival Max Ophüls Preis besonders gut passt.

Der große Nachteil: Im Kino und im Fernsehen spielen sie kaum eine Rolle. Schade, denn viele hätten ein größeres Publikum verdient, wie SR-Reporter Martin Breher angesichts seiner Eindrücke vom "mittellangen" Wettbewerb des Festival gemacht hat. "Falter", "I grew a statue" und "No one’s home" haben ihm jedenfalls ganz gut gefallen, so Breher im Gespräch mit SR-Moderator Kai Schmieding.

Thematisch drehen sich alle drei um die Frage, ob bzw. wie Menschen ersetzt werden können.


NO ONE'S HOME
Regie: Nevena Savic
Deutschland, Bosnien und Herzegowina 2018 / Farbe / 28 Min.
Bosn., Serb., Kroat. mit dt. Ut
dt. Erstaufführung
Cast: Alija Aljovic, Sandra Holeczek, Sandra Fazlic

Ein Haus auf dem Land in Bosnien, Fensterläden verschlossen. Aus dem Schornstein steigt Rauch auf. Es ist niemandes Zuhause – ein Ort, an dem seit Jahrzehnten keiner willkommen ist. Der Ende 70-jährige Ivica lebt allein und isoliert in diesem Haus, verwahrlost zunehmend


I GREW A STATUE

Regie: Aaron Arens
Deutschland 2019 / Farbe / 30 Min.
Uraufführung
Cast: Elias Arens, Merle Wasmuth

Oskar hat eine Affäre mit der Künstlerin Hermine. Sie bestimmt sein Leben und inspiriert ihn, in seinem Kelleratelier eine lebensechte Puppe von ihr zu bauen. Immer tiefer träumt er sich in eine nebulöse Welt, in der die Grenzen zwischen Realität und Fantasie verschwimmen: Kann es sein, dass die Puppe stets lebendiger wird und Oskar sie mit der echten Hermine verwechselt? Als Hermines Ehemann auftaucht, potenziert sich die Verwirrung: Es scheint sich um einen Doppelgänger Oskars zu handeln. 


FALTER

Regie: Harriet Maria Meining, Peter Meining
Deutschland 2019 / Farbe / 44 Min.
Uraufführung
Cast: André M. Hennicke, Michael Kranz, Bernhard Schütz, Dennenesch Zoudé, Christian Erdt u.a.

Der Film beschreibt die romantischen Anfänge eines posthumanen Zeitalters. Falter arbeitet in einem Labor an der Herstellung künstlicher Menschen. Um seinem eintönigen Leben zwischen Arbeit, Sex und Sport einen neuen Sinn zu geben, beschließt er selbiges fortan mit einem Androiden zu teilen. Nach einem tragischen Unfall vollzieht sich Falters letzte Metamorphose.


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Hintergrund

14. bis 20. Januar 2019
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Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 16.01.2019 auf SR 2 KulturRadio.

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