Erinnerungsort für die Zwangsarbeiter der Völklinger Hütte

Erinnerungsort für die Zwangsarbeiter der Völklinger Hütte

Das Weltkulturerbe Völklinger Hütte zeigt ab Donnerstag eine Installation des französischen Künstlers Christian Boltanski, der sich mit dem Thema Zwangsarbeit beschäftigt hat

Sally-Charell Delin   30.10.2018 | 15:55 Uhr

Das Weltkulturerbe Völklinger Hütte hat eine bewegte Geschichte: Während des zweiten Weltkriegs waren dort tausende Zwangsarbeiter beschäftigt. Dieser Teil der Hüttengeschichte ist jetzt Thema einer neuen Installation vor Ort, die vom französischen Künstler Christian Boltanski stammt. SR 2-Reporterin Sally-Charell Delin konnte sich die Installation bereits anschauen.

Nach Angaben der Weltkulturerbestätte in Völklingen waren insgesamt 12.393 Männer, Frauen und Kinder aus 20 Ländern im Zweiten Weltkrieg in der Hütte als Zwangsarbeiter registriert. 261 von ihnen seien gestorben, darunter 60 Kinder. Das Kunstwerk in der Sinteranlage soll die Erinnerung an diese Menschen wachhalten und erlebbar machen.

Video [aktueller bericht, 30.10.2018, Länge: 3:12 Min.]
Erinnerungsstätte für Zwangsarbeiter in Völklingerhütte
Im Fokus der Ausstellungen des Weltkulturerbes in Völklingen standen bislang die alten Technologien der Stahlherstellung im Mittelpunkt. Doch auch die Menschen, vor allem jene die unfreiwillig auf der Hütte gearbeitet haben, rücken nun in den Fokus. Am Donnerstag wird eine Erinnerungsstätte für die Zwangsarbeiter im Zweiten Weltkrieg eröffnet.

Die Installation besteht aus eng aufeinander gestapelten rostigen Archivkästen, zwischen denen ein Kleiderberg aus schwarzen Hosen und Jacken liegt. Aus allen Ecken des Raumes werden die Namen der Zwangsarbeiter geflüstert, die im Zweiten Weltkrieg in der Völklinger Hütte arbeiten mussten.

Ein Thema in der Sendung "Der Nachmittag" vom 30.10.2018 auf SR 2 KulturRadio.

Artikel mit anderen teilen