"Vom Wert der Presse" - Das Newseum in Washington D.C. in der Krise

"Vom Wert der Presse"

Das weltweit größte Museum zur Geschichte des Nachrichtenwesens in Washington D.C. steckt in Schwierigkeiten

Michael Marek / Onlinefassung: Raphael Klein   26.08.2018 | 15:45 Uhr

Für die einen ist das Museum ein Leuchtturm demokratischer Kultur, für die anderen ein Monument US-amerikanischer Eitelkeit. Sicher ist: Das weltweit größte und teuerste Museum zur Geschichte des Nachrichtenwesens in der Hauptstadt der USA sprengt zehn Jahre nach seiner Eröffnung noch immer alle Dimensionen. Und es ist in finanziellen Nöten. Eine Reportage von Michael Marek.

Das Museum für Nachrichten - das "Newseum" in Washington D.C. - nimmt seine Besucher mit auf eine Zeitreise, die mit der Erfindung des Buchdrucks beginnt und im digitalen Zeitalter endet. Und das Interesse am Museum scheint groß: Allein im Jahr 2017 strömten 850.000 Besucher in das Museum. Und das trotz vieler auch von Donald Trump forcierter Debatten um Fakenews und trotz inhaltlicher und finanzieller Probleme beim Museum selbst.

Hohe Ziele, hohe Verluste

Das Newseum steckt nicht nur wegen inhaltlicher Kritik, wie etwa zu fragwürdigen Ausstellungen über die Schoßhündchen der US-Präsidenten, in der Krise. Vor allem die finanziellen Nöte machen dem Museum schwer zu schaffen: 30 Millionen US-Dollar im Jahr, schätzt die Washington Post. Einer der Hauptspender - das "Freedom Forum" - hat sich finanziell zurückgezogen. Über 20 Jahre lang hatte die Stiftung das Projekt mit etwa 500 Millionen US-Dollar unterstützt. Die Stiftung kritisierte, dass trotz hoher Verluste weiterhin üppige Gehälter an die Vorstände des Newseums gezahlt worden seien.

Erste Mitarbeiter wurden bereits entlassen. Auch ein neuer Standort und die Untervermietung des Museums schließe man nicht aus, sagt Museumskuratorin Carrie Christofferson. Man sei mit einem Finanzierungsmodell gestartet, das davon ausgegangen sei, dass "Spenden und Gelder ewig fließen", so Christofferson. Nun müsse man sich neue Strategien überlegen, fordert die Kuratorin. Sie betont, das Newseum und seine Botschaft einer freien Presse würden mehr denn je benötigt.

Ein Thema der Sendung "Canapé" vom 26.08.2018 auf SR 2 KulturRadio.

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