"Es geht wieder mehr um Filme"

"Es geht wieder mehr um Filme"

Von Päpsten und Rückkehrern: Wim Wenders und Lars von Trier beim Filmfestival in Cannes

Jan-Christoph Kitzler, Kirsten Martins / Onlinefassung: Johann Kunz   14.05.2018 | 11:30 Uhr

Ob Filme von Regisseuren, die unter Hausarrest stehen, oder Frauenpoteste prominenter Schauspielerinnen zum Muttertag: Die Filmfestspiele in Cannes sind dieses Jahr so politisch wie selten zuvor und erinnern damit ein wenig an die Berlinale. Mit dabei sind Wim Wenders mit einer Dokumentation über Papst Franziskus sowie Cannes-Rückkehrer Lars von Trier.

Nach Filmen wie "Salz der Erde" oder "Buana Vista Social Club" erscheint im Juni 2018 die neue Dokumentation von Wim Wenders: "Papst Franziskus - Ein Mann seines Wortes". Auf den Filmfestpielen in Cannes wurde das Porträt außerhalb des Wettbewerbs gezeigt. Mehrere Jahre lang hatte Wenders Papst Franziskus begleitet. Dabei entstand ein Film nicht über, sondern mit dem Papst, der diesen beim Nachdenken, auf seinen Reisen und bei diversen Begegnungen mit Menschen zeigt.

Entsetzen und Faszinieren

Das "Enfant Terrible" zurück in Cannes
Audio [SR 2, (c) SR - Kirsten Martins , 14.05.2018, Länge: 01:55 Min.]
Das "Enfant Terrible" zurück in Cannes

Eine ganz andere Perönlichkeit macht ebenfalls in Cannes von sich reden: der Skandalregisseur Lars von Trier. Der Däne ist bekannt für sein polarisierendes Verhalten, für Provokationen und für den ein oder anderen Skandal. 2011 war er von der Festivalleitung als "persona non grata" erklärt und bis auf weiteres von folgenden Filmfestspielen verbannt worden. Für den Cannes-Jahrgang 2018 wurde der frühere Cannes-Dauergast, der im Jahr 2000 für "Dancer in the Dark" die Goldene Palme gewann, wieder rehabilitiert. Am 14. Mai zeigt er nun seinen neuen Serienmörder-Thriller "The House that Jack Built". Die Hauptrollen spielen Uma Thurman, Matt Dillon und Bruno Ganz. Der Film läuft allerdings ebenso wie die Wenders-Doku nicht im Wettbewerb.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Der Morgen" vom 14.05.2018 auf SR 2 KulturRadio berichtet.


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