Wasserhochbehälter Göttelborn (Foto: Landesdenkmalamt Saarland)

Der Wasserbehälter in Göttelborn: das "Chateau d'Eau"

Eine Reportage zum Tag des offenen Denkmals im Saarland

Kim Stoppert / Onlinefassung: Lena Schmidt   07.09.2017 | 06:25 Uhr

Am Tag des offenen Denkmals, 10. September, können einige historische Wasserspeicher besichtigt werden - zum Beispiel der Wasserbehälter in Göttelborn. Das Gebäude ähnelt mit seinem polygonalen Grundriss und den wenigen Fenstern eher einem Befestigungsbau als einem Wasserturm. SR 2-Reporterin Kim Stoppert hat das "Château d'Eau" in Göttelborn besucht.

Der Begriff Wasserbehälter wird dem Gebäude auf der Göttelborner Höhe nicht gerecht - vielmehr handelt es sich hier um ein "Château d'Eau", also ein Schloss. "Mit Zinnen und Bekrönungen ist dieser Wasserbehälter einer der wenigen, die mit so einem gestalterischen Anspruch erbaut wurden", erklärt Axel Böcker vom Landesdenkmalamt.

1907 stellte die preußische Grubenverwaltung einen Wasserbehälter aus Bleich auf die Höhe. Kurze Zeit später folgte ein zweiter aus Beton. Danach baute man die Festungsanlage mit Polygon-Grundriss und Fenstern wie Schießscharten um die Behälter herum. "Es ist sicherlich ein Konzept, was aus dem 19. Jahrhundert stammt, dass man sagt, die Technik soll nicht offen sichtbar sein, sondern es ist eine verdeckende Architektur für diese technischen Behälter", so Böcker.

Das Denkmal wird bis heute genutzt

Besonders in diesem Jahr ist der Göttelborner Wasserturm einen Besuch wert, denn das Gebäude wurde erst kürzlich komplett renoviert. Auch nach der Instandsetzung ist das Denkmal innen noch im Originalzustand - lediglich ein neues Luftentfeuchtungssystem wurde bei der Renovierung eingebaut. Und der Wasserbehälter funktioniert bis heute. "Das ist eines der seltenen Beispiele, wo ein Industriedenkmal in seiner ursprünglichen Nutzung bis heute genutzt wird, nämlich als Wasserhochbehälter zur Wasserversorgung der umliegenden Bevölkerung", erklärt Axel Böcker.

Nur selten offen für Besucher

Für Besucher ist der einzigartige Wasserturm aus Platzgründen nur selten geöffnet. In dem Bauwerk stehen nur die beiden Behälter, dazwischen gibt es Laufgänge, die für maximal eine Person ausgerichtet sind. "Das ist nicht für die Öffentlichkeit gemacht, deswegen kann es nur selten geöffnet werden", so Böcker. Von Außen ist das Denkmal selbstverständlich jederzeit zu besichtigen - und bietet seinen Besuchern einen weitläufigen Ausblick von der Göttelborner Höhe.

Über dieses Thema wurde in der Sendung "Der Morgen" vom 07.09.2017 auf SR 2 KulturRadio berichtet.


Hintergrund: Der SR-Thementag

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