Renovierungsarbeiten unter Denkmalschutz (Foto: dpa / picture alliance / Consolidated / Ron Sachs)

In drei Schritten zum eigenen Denkmal

Das Serviceangebot für Denkmalbesitzer der Handwerkskammer des Saarlandes

Robert Hecklau / Onlinefassung: Lena Schmidt   07.09.2017 | 11:15 Uhr

Auch manche Wohnhäuser fallen unter Denkmalschutz. Renovierungsarbeiten können dann schnell zum teuren Problem werden. Und wer beim Bau etwas falsch macht, muss alles wieder zurückbauen. SR 2-Reporter Robert Hecklau gibt einen Überblick über die drei entscheidenden Schritte und die wichtigsten Auflagen bei der privaten Denkmalsanierung.

Bei der Sanierung oder Renovierung eines denkmalgeschützten Hauses gibt es einige Auflagen zu beachten. SR 2-Reporter Robert Hecklau hat die drei wichtigsten Schritte zusammengestellt. Dazu hat er sich auch von Gordon Hahn von der Handwerkskammer des Saarlandes beraten lassen.

Schritt 1: Steht das Objekt unter Denkmalschutz?

Für der Sanierung muss zunächst geklärt werden, ob das eigene Haus überhaupt denkmalgeschützt ist. Von 100 Häusern fallen fünf unter Denkmalschutz - wenn sie bis in die 1980er Jahre hinein gebaut worden sind. Auskunft, ob die eigene Immobilie dazu gehört, bekommt man bein Landesdenkmalamt oder auch bei der Handwerkskammer des Saarlandes. Über die Auflagen für geplante Sanierungen bestimmt das Landesdenkmalamt. Viele Denkmalbesitzer scheuen die vermeintlich hohen Sanierungskosten. "Es ist nicht selten der Fall, dass diese Restaurierungsmaßnahmen an Objekten, wenn sie denkmalgerecht gemacht werden, teurer sind", sagt Gordon Hahn von der Handwerkskammer des Saarlandes. Man müsse allerdings auch die Vorteile bedenken, denn sanierte Denkmäler stiegen im Wert, so Hahn.

Schritt 2: Richtig umbauen

Der richtige Umbau eines denkmalgeschützten Hauses ist im Vergleich zu normalen Immobilien deutlich komplizierter. So ist beispielsweise eine Dämmung der Außenwände in der Regel nicht möglich. Schließlich ist sein äußeres historisches Erscheinungsbild umfangreich geschützt. "Bei einem Einzeldenkmal ist es eigentlich so, dass das komplette Objekt unter Denkmalschutz steht. Das ist nicht nur die Außenfassade, das ist auch das Innenleben", erklärt Gordon Hahn. Deshalb werde, sollen die Wände des Gebäudes gedämmt werden, eine Innendämmung notwendig - sofern die zuständige Behörde die Erlaubnis dazu gebe.

Schritt 3: Ausbau nur durch den Fachmann

Die Renovierung eines denkmalgeschützten Hauses selbst in die Hand zu nehmen, sollte man auf jeden Fall vermeiden. Die Handwerkskammer vermittelt Handwerksbetriebe, die speziell für die Denkmalpflege ausgebildet sind. So können Fehler, die eventuell einen Rückbau notwendig machen könnten, vermieden werden.

Über dieses Thema wurde in der Sendung "Der Morgen" vom 07.09.2017 auf SR 2 KulturRadio berichtet.


Hintergrund: Der SR-Thementag

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