"Das Saarland wird einen guten Job machen"

"Das Saarland wird einen guten Job machen"

Ein Gespräch mit Prof. Dr. Roland Rixecker, dem Beauftragten für jüdisches Leben im Saarland und gegen Antisemitismus, über 700 Jahre jüdisches Leben an der Saar

Kai Schmieding. Onlinefassung: Rick Reitler   21.02.2021 | 06:00 Uhr

Prof. Roland Rixecker, der Beauftragte für jüdisches Leben im Saarland und gegen Antisemitismus, blickt mit Vorfreude auf das aktuelle Jubiläumsjahr "1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland". Im SR-Interview spricht er u. a. über die Blütezeit jüdischer Kultur an der Saar, über die geplanten Veranstaltungen und über den Kampf gegen Antisemitismus als gesellschaftliche Aufgabe.

Nach Recherchen von Prof. Dr. Roland Rixecker, dem Beauftragten für jüdisches Leben im Saarland und gegen Antisemitismus, hatte es die erste urkundliche Erwähnung von jüdischem Leben an der Saar in einem "Freiheitsbrief eines Saarbrücker Grafen aus dem Jahr 1322" gegeben. Die Blütezeit jüdischer Kultur im Saarland habe während der Weimarer Republik stattgefunden, "als viele jüdische Menschen ganz herausragende Bürger des Landes waren: Kaufleute, Ärzte, Anwälte, bis zum Intendanten des Theaters und dem Generalmusikdirektor", erinnerte Rixecker im Gespräch mit SR-Moderator Kai Schmieding.

Gegen Hass, Ausgrenzung und Verfolgung

Beim Thema Antisemitismus habe die gesamte Gesellschaft heute eine besondere Aufgabe, offen zu kommunizieren, dass "Hass und Ausgrenzung und Verfolgung völlig inakzeptabel" seien, so Rixecker. Staatliche Institutionen und die Zivilgesellschaft seien in der Pflicht, entsprechende Grenzüberschreitungen zu ahnden.

Rixecker hofft noch für das Jahr 2021 auf vielfältige Jubiläumsveranstaltungen - zum Beispiel das große Laubhüttenfest im September. "Das Saarland wird da, wie man so sagt, einen guten Job machen", ist Rixecker zuversichtlich.

Hintergrund

2021 wird bundesweit die Geschichte des jüdischen Lebens in Deutschland gefeiert. Das Jubiläum geht auf die erste urkundlich gesicherte Erwähnung zurück: Demnach hatte der römische Kaiser Konstantin im Jahr 321 nach Christus ein Edikt erlassen, auf dessen Grundlage Juden in den Kölner Stadtrat berufen werden durften.

Am Sonntag, 21. Februar 2021, wird das Jubiläumsjahr mit einem Festakt in der Kölner Synagoge unter Mitwirkung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eröffnet.


Der SR 2-ProgrammTipp:

Freitag, 19. Februar, 19.15 bis 20.00 Uhr: Diskurs
Im Saarbrücker Gespräch: Mirna Funk
Mirna Funk ist eine von drei Journalist*innen, die einen wöchentlichen Podcast zum Themenjahr "1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland" produzieren. Außerdem erscheint in diesen Tagen ihr zweiter Roman. Mehr über die Schriftstellerin, Journalistin und Podcasterin Mirna Funk erfahren Sie im "Saarbrücker Gespräch" am 19. Februar.

Samstag, 20. Februar, 9.05 bis 9:30 Uhr: HörStoff
Beter und Kämpfer - Der Rabbiner Schlomo Rülf
Als die jüdische Gemeinde in Saarbrücken 1929 einen neuen Rabbiner sucht, fällt die Wahl auf den Theologen, Philosophen und Pädagogen Dr. Schlomo Rülf. Damit können er und seine Familie Deutschland verlassen. 1935 aber stimmen die Saarländerinnen und Saarländer für die Parole "Heim ins Reich"...


Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 18.02.2021 auf SR 2 KulturRadio. Das Archivbild ganz oben zeigt Prof. Dr. Roland Rixecker bei einem früheren Besuch im Funkhaus Halberg (Foto: SR / Rick Reitler).

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