Der Vatikan gewährt Forschern Zugang zu den Papst-Pius-Akten

Der Vatikan gewährt Wissenschaftlern den Zugang zu den Papst-Pius-Akten

Der Vatikan öffnet sein Geheimarchiv für die historische Forschung über Papst Pius XII.

Jörg Seisselberg. Onlinefassung: Rick Reitler   02.03.2020 | 11:20 Uhr

Nach jahrzehntelangem Zögern gewährt der Vatikan seit dem 2. März 2020 Historikern den Zugang zu Dokumenten aus der Zeit von Papst Pius XII. Interessant dürfte vor allem die Beschäftigung mit der Rolle des Kirchenoberhauptes zur Zeit des Nationalsozialismus sein.

Im Vatikan passiert am 2. März etwas von historischer Bedeutung: Nach jahrzehntelangen Diskussionen dürfen Forscher endlich das Geheimarchiv des Vatikans einsehen. Der katholische Kirchenstaat hatte angekündigt, die Schriftstücke für Historiker zugänglich machen zu wollen.

Der Papst und die Nationalsozialisten

Von großem Interesse dürften vor allem jene Millionen Dokumente sein, die aus der Zeit des Papstes Pius XII. (1939-1958) stammen. Es geht dabei vor allem um die Frage, ob bzw. inwiefern Pius mitverantwortlich für den Tod von Millionen Juden gewesen sein könnte - weil er zu den Verbrechen der Nationalsozialisten geschwiegen habe.

Auch ein deutsches Wissenschaftlerteam wird sich durch die Aktenberge kämpfen. Mit Forschungsergebnissen ist offenbar frühestens in drei Jahren zu rechen, wie ARD-Korrespondent Jörg Seisselberg recherchiert hat.

Weiter Informationen:

tagesschau.de: Geheimarchiv geöffnet
Warum schwieg der Papst zum Holocaust?
Erstmals dürfen Forscher uneingeschränkt das Archiv des Vatikans aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs einsehen. Hat der Kirchenstaat Schuld auf sich geladen?



Ein Thema in der Sendung "Der Vormittag" vom 02.03.2020 auf SR 2 KulturRadio. Das Foto ganz oben zeigt die Öffnung eines Regals in der Vatikanischen Bibliothek, hinter dem Ordner mit der Aufschrift "Pius XII." stehen (Foto: dpa / AP / Gregorio Borgia).

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