Wenn Kunstwerke beleidigen: "Es ist einfach ein Unding"

"Es ist einfach ein Unding"

Ein Gespräch mit Simon Matzerath, dem Leiter des Historischen Museums Saar, zum Umgang mit beleidigenden Kunstwerken

Oliver Buchholz. Onlinefassung: Rick Reitler   08.02.2020 | 14:25 Uhr

Simon Matzerath, der Leiter des Historischen Museums Saar, hat das historische "Judensau"-Relief an der Wittenberger Stadtkirche als "in jeder Form abscheulich und diskriminierend" geächtet. Im SR-Interview erinnerte er daran, dass in Deutschland noch einige ähnlich judenfeindliche Kunstwerke existierten - beispielsweise am Kölner Dom.

Seit über 700 Jahren hängt an der Wittenberger Stadtkirche das sogenannte "Judensau"-Relief. Es zeigt ein Schwein, an dessen Zitzen Juden gesäugt werden. Ein Rentner klagt seit Jahren vor verschiedenen Instanzen auf Abhängung der Plastik, zuletzt hat am 4. Februar ein Gericht entschieden, dass es sich um keine "fortwährende Beleidung von Juden" handelt.

"Abscheulich und diskriminierend"

Anders sieht das beispielsweise Simon Matzerath, der Leiter des Historischen Museums Saar: "Ich kann unbedingt den Kläger und seine Position verstehen", betonte Matzerath im Gespräch mit SR-Moderator Oliver Buchholz, "weil, das Bildwerk ist in jeder Form abscheulich und diskriminierend". Er erinnerte daran, dass es in ganz Deutschland noch eine Reihe von Kunstwerken mit ähnlich judenfeindlichen Aussagen gebe - beispielsweise auch am Kölner Dom.

Ein Thema in der Sendung "Religion und Welt" vom 08.02.2020 auf SR 2 KulturRadio.

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