Gemeinnütziges Vererben: "Werte weitergeben"

Gemeinnütziges Vererben: "Werte weitergeben"

Ein Gespräch mit Susanne Anger von der Initiative "Mein Erbe tut Gutes"

Audio: Frank Hofmann, Foto: Susanne Anger   11.01.2020 | 14:00 Uhr

Wohin mit dem Vermögen am Ende eines erfolgreichen Lebens? ES ist zwar Geld auf dem Konto, aber es gibt keine Erben. Für Probleme solcher Art bietet die Initiative "Mein Erbe tut Gutes" eine Lösung an. Wir haben mit deren Sprecherin Susanne Anger gesprochen.

"Mein Erbe tut Gutes" gibt es seit rund sieben Jahren und diese Woche hat sie in Berlin die Ergebnisse einer Studie präsentiert. Darin heißt es, dass 28 Prozent der Deutschen sich vorstellen könnten, einen Teil ihres Erbes einem gemeinnützigen Zweck zugute kommen zu lassen - bei Kinderlosen liege der Bereitschaft sogar über 50 Prozent.

Anstieg der Spendenbereitschaft

Insgesamt beobachte man in Deutschland einen Anstieg der Spendenbereitschaft, sagt Susanne Anger. Diese Bereitschaft biete große Chancen, zumal man schätze, dass allein in diesem Jahrzehnt rund drei Billionen Euro vererbt würden. Man rechne bei der Initiative, dass etwa ein Prozent davon gespendet werden.

Grund für diesen Anstieg der Spendenbereitschaft sei, dass die Vererbenden zunehmend ihre eigenen Werte auch nach dem Tod gefördert wissen wollten, so Anger. Bei der Initiative nenne man dies "Prinzip Apfelbaum".

Außerdem verzeichne man bei der Initiative eine Veränderung der Spendenadressaten, sagt Anger. Vermehrt gingen gemeinnützige Vermächtnisse an Umwelt- und Tierschutzorganisationen. Auch Organisationen zum Schutze der Menschenrechte vermeldeten einen Zuwachs. Insgesamt arbeitet die Initiative mit 22 Organisationen zusammen, deren Förderziele von der Forschung, Pflege, Umwelt, Tierschutz, Gesundheit, Kinder- und Entwichklungshilfe, bis hin zur Luftrettung reichen.

Es braucht ein rechtsgültiges Testament

Bei der Initiative helfe man vor allem bei der Testamentsberatung, so Anger. Man helfe bei der Findung von gemeinnützigen Organisationen und informiere über die formellen Erfordernisse eines rechtsgültigen, handgeschriebenen Testaments.

Ein Thema in der Sendung "Religion und Welt" vom 11.01.2020 auf SR 2 KulturRadio.

Artikel mit anderen teilen

Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja