"Koordinationsrat der Muslime" für mehr Austausch

"Koordinationsrat der Muslime" für mehr Austausch

Ein Gespräch mit Erol Pürlü, Imam, Islamwissenschaftler und Sprecher des "Koordinationsrats der Muslime"

Ursula Thilmany-Johannsen  

Integration, Transparenz und ein gutes Miteinander. Dafür steht der Tag der offenen Moschee, an dem die islamischen Gotteshäuser ihre Türen für Besucher öffnen. Doch das Gespräch zwischen den Muslimen und der bundesrepublikanischen Gesellschaft ist ins Stocken geraten.

"Vieles stockt"

Erol Pürlü,  der neue Sprecher des Koordinationsrats der Muslime, sieht verschiedene Phasen des Dialogs. Es habe eine Zeit gegeben, in der der Dialog sehr weit gediehen gewesen sei - bis hin zu Rechtsgutachten über den Status der Religionsgemeinschaften in unterschiedlichen Ländern. Im Augenblick erlebe man "eine Zeit, in der vieles stockt".

Den Grund dafür sieht Pürlü in den politischen Gegebenheiten: "Die türkische Politik, die deutsche Politik, das beeinträchtigt natürlich auch den Dialog". Für die Muslime sei wichtig, als islamische Religionsgemeinschaften in Deutschland aufgefasst werden. Man wolle in religiösen Angelegenheiten mit den staatlichen Behörden zusammenarbeiten. Natürlich gebe es viele Muslime, deren Herkunftsland die Türkei sei, aber "das sollte unsere Beziehungen hier in Deutschland nicht beeinträchtigen".

Moscheen im Dienst der Integration

Samstag, 14.20 Uhr: Religion und Welt
"Miteinander, nicht übereinander sprechen"
Der SR 2-ProgrammTipp

Der Dialog müsse fortgesetzt werden. Moscheegemeinden leisteten wichtige Arbeit über die religiöse Versorgung hinaus: Integrationskurse, Hausaufgabenhilfe, Flüchtlingsarbeit. Das alles trage zur Integration in Deutschland bei.

Unzählige Moscheegemeinden hätten am Tag der Deutschen Einheit gezeigt, "dass sie sich zugehörig zur deutschen Gesellschaft fühlen".

Für mehr Austausch und Begegnung

Er wünsche sich, so Pürlü, dass wieder mehr als zuvor Austausch und Begegnung gepflegt werden. So könne man auch Missverständnisse ausräumen und Vorurteile beseitigen. "Ich wünsche mir, dass der Dialog weitergeführt wird und dass man sich über die Probleme austauscht und nicht der eine über den anderen redet."

Ein Thema in der Sendung "Religion und Welt" vom 06.10.2018 auf SR 2 KulturRadio.

Artikel mit anderen teilen