Ethischer Grundsatzstreit - auf Kosten der Patienten?

Ethischer Grundsatzstreit - auf Kosten der Patienten?

Der Palliativmediziner Prof. Lukas Radbruch über den Erlass des Bundesgesundheitsministeriums

Ursula Thilmany-Johannsen   06.07.2018 | 13:25 Uhr

Bundesgesundheitsminister Spahn hat die juristisch grundsätzlich erlaubte Auslieferung todbringender Medikamente für Schwerstkranke per Erlass verboten. Für Prof. Lukas Radbruch von der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin die richtige Entscheidung. Im SR 2-Interview erklärte er seinen Standpunkt.

Im März 2017 hatte das Bundesverwaltungsgericht ein sehr umstrittenes Urteil gefällt: Der Staat müsse in extremen Ausnahmefällen Schwerstkranken ein Gift für die Selbsttötung zur Verfügung stellen, sofern diese das verlangen. Mehr als hundert Sterbewillige haben seitdem einen Antrag auf Herausgabe eines solchen Medikaments gestellt - und warten seitdem darauf.

"Sehr erleichtert"

Doch es sieht nicht so aus, als ob sie in Kürze mit der todbringenden Medizin rechnen können: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Auslieferung durch das Bundesinstitut für Arzneimittel per Erlass verboten.

Prof. Lukas Radbruch, der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, äußerte im SR 2-Interview seine große Erleichterung über die Entscheidung von Jens Spahn - und er erklärte auch, warum.

Über dieses Thema wird in der Sendung "Religion und Welt" vom 07.07.2018 auf SR 2 KulturRadio berichtet.

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