SR 2 - Bischof Wiesemann: "Versöhnt miteinander in die Zukunft gehen"

Bischof Wiesemann: "Versöhnt miteinander in die Zukunft gehen"

Ein Gespräch dem Speyerer Bischof Wiesemann

Interview: Peter König / Onlinefassung: Raphael Klein   10.03.2017 | 12:30 Uhr

In Hildesheim feiern am 11. März die evangelische und die katholische Kirche einen Versöhnungsgottesdienst im Rahmen des Reformationsjubiläums. Die Feier unter dem Motto „Healing of memories – Die Erinnerungen heilen“ will der leidvollen Geschichte der Kirchenspaltung gedenken und Gott um Vergebung für das Versagen beider Kirchen bitten, erklärt Bischof Karl-Heinz Wiesemann im Interview.

Der Speyerer Oberhirte feiert im pfälzischen Otterberg ebenfalls einen ökumenischen Gottesdienst zu diesem Motto. Die Abteikirche Otterberg sei ein prädestinierter Ort für eine solche Feier, da sie als Simultankirche evangelischen und katholischen Christen gleichermaßen als Gotteshaus dient.

"Jahrhunderte alte Verletzungen heilen"

Katholiken und Protestanten schauten nicht nur im Hinblick auf den Dreißigjährigen Krieg auf eine blutige Geschichte zurück, sondern hätten eine ebenso starke gemeinsame Glaubensbasis, erklärt Bischof Wiesemann. Nun gelte es u. a. durch gemeinsames Vergeben und Bewusstmachen der Gräuel versöhnt in eine gemeinsame Zukunft zu gehen. Jede alte Verletzung wirke auch in die heutige Zeit hinein und müsse geheilt werden, betont Wiesemann.

Bekennen zum Miteinander

Über das Vergeben hinaus, sei es auch wichtig, das Eins-Sein beider Konfessionen zu suchen. Hierbei ginge es nicht um Gleichheit, sondern um "versöhnte Verschiedenheit".

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