Auftaktveranstaltung zum Reformationsjahr in Homburg (Foto: SR)

Reformation 500 in der Region

Christian Otterbach über das Reformationsjubiläum 2017

Audio: Christian Otterbach / Onlinefassung: Raphael Klein   27.12.2016 | 16:40 Uhr

Die evangelischen Christen feiern seit Ende Oktober 2016 ein besonderes Jubiläum: 500 Jahre Reformation. Unter dem Slogan "Vergnügt, erlöst, befreit" stehen Glaubenserneuerung und Ökumene auch hier in der Region im Fokus der Veranstaltungen. Christian Otterbach blickt zurück – und gleichzeitig voraus auf das Jubiläumsjahr.

Verbindendes unter "ungewöhnlichem Motto"

"Vergnügt, erlöst, befreit", das ungewöhnlich klingende Motto des 500jährigen Reformationsjubiläum stammt aus einen Psalm des Kabarettisten Hans-Dieter Hüsch. Der Superintendent des Evangelischen Kirchenkreis Saar-West Christian Weyer erklärt, es gebe die Geisteshaltung wider, die die Reformation erst möglich gemacht habe: nämlich "gewissensbefreit" und "gottverantwortlich" in der Welt handeln zu können.

500 Jahre Reformation bedeuten aber auch ein halbes Jahrtausend der Trennung von der katholischen Kirche. Der Präses der evangelischen Kirche betont daher, wie wichtig es sei, "Mut zur Veränderung" zu haben und mehr auf das Verbindende zu schauen. Er lädt auch die katholischen Christen dazu ein, die Reformation als "gemeinsames Christusfest" zu feiern. In diesem Sinn werde es im Jubiläumsjahr um die 800 Veranstaltungen allein hier in der Region geben.

"Keine Einheitskirche werden"

Die ehemalige EKD-Ratsvorsitzende und Bischöfin Margot Käßmann war bereits im November 2016 im Saarland zu Gast. Als Reformationsbotschafterin möchte sie auch auf die Unterschiede zwischen Katholiken und der katholischen Kirche aufmerksam machen. Für Käßmann könne eine "Einheitskirche" kein Ziel der Ökumene sein. Sie fände die Differenzen beider Kirchenverständnisse durchaus interessant, sagte sie im Gespräch mit SR 2 KulturRadio. Dennoch "tue es ihr am meisten weh", dass eine gemeinsame Abendmahlfeier immer noch nicht möglich sei. Doch trotz aller Trennung sei die Ökumene auch 2016 weit fortgeschritten.

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