Henning Beck (Foto: Pressefoto)

"Habe lieber einen schlechten Plan als gar keinen"

Ein Interview mit Bestsellerautor und Neurowissenschaftler Henning Beck

Interview: Jochen Erdmenger   31.12.2020 | 09:52 Uhr

Zum Jahreswechsel verspüren viele Menschen das Bedürfnis, alte Gewohnheiten zurückzulassen und etwas in ihrem Leben zu verändern. Das Jahr 2020 hat aber gezeigt, dass die Umsetzung unserer Träume und Vorstellungen nicht immer in unserer Hand liegt. SR-Moderator Jochen Erdmenger hat mit Neurowissenschaftler und Bestsellerautor Henning Beck über das Wesen von guten Vorsätze gesprochen und darüber, warum wir trotz Corona Zukunftspläne schmieden sollten.

Gute Vorsätze zu fassen ist laut Neurowissenschaftler Henning Beck etwas zutiefst Menschliches: "Wir versuchen, allen Sachen, die passieren, einen Sinn zu geben". Dahinter steckt der Impuls des Gehirns, Ursachen und Wirkungen zu erkennen. Die Vorsätze an ein Datum zu koppeln, mache aus psychologischer Sicht durchaus Sinn, meint Beck. Gerade der Jahreswechsel eigne sich dazu, mit alten Gewohnheiten abzurechnen: "Wenn ich mir etwas vornehme, muss ich zugleich immer auch etwas zurücklassen."

Das vergangenen Jahr hat gezeigt, dass die Umsetzung von Plänen durch externe Faktoren verhindert werden kann. Trotzdem ist es laut Beck wichtig, sich nicht zu stark von Negativerfahrungen beeinflussen zu lassen und immer wieder neue Pläne zu schmieden: "Wer sich nichts vornimmt, ist orientierungs- und ziellos. Das führt zu Kontrollverlust, was wiederum die schlimmste Angst ist, die Menschen haben." Besser sei es, mit einem Plan zu starten und ihn, wenn nötig, zu einem späteren Zeitpunkt zu justieren.

Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" am 31.12.2020 auf SR 2 KulturRadio.

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