Finanzminister Peter Strobel (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

Strobel verteidigt Staatsanwaltschaft

Janek Böffel   12.07.2019 | 13:42 Uhr

Der saarländische Justizminister Peter Strobel (CDU) hat das Vorgehen der Staatsanwaltschaft im Homburger Missbrauchsskandal verteidigt. Sie hatte Eltern zunächst nicht informiert. Das wurde heftig kritisiert.

Die Staatsanwaltschaft hätte richtig gehandelt, sagte Strobel am Freitag. Sie habe kein Recht gehabt, die Eltern über die Verdachtsfälle von sexuellem Missbrauch an der Uniklinik Homburg zu informieren. Zu diesem Schluss seien mittlerweile zwei Überprüfungen durch die Generalstaatsanwaltschaft gekommen, so Justizminister Strobel.

Man habe bei der Staatsanwaltschaft zwar erwogen, die Eltern zu informieren, habe aber gemäß Strafprozessordnung keine Befugnis gehabt. Bis zum Tod des beschuldigten Assistenzarztes habe sich keine Straftat in diesem Kontext konkretisieren lassen, so Strobel. Deshalb habe man die Ermittlungen einstellen müssen und nicht die Eltern informiert.

Mögliche sexuelle Übergriffe

Von 2010 bis 2014 soll es zu möglichen sexuellen Übergriffen an Kindern und Jugendlichen an der Ausscheidungs-Ambulanz der Uniklinik gekommen sein. Auch nachdem Anzeige durch die Uniklinik erstattet worden war, hatten aber weder Klinik noch Staatsanwaltschaft die Eltern in Kenntnis gesetzt.

Über dieses Thema wurde auch in der SR3-Rundschau vom 12.07.2019 berichtet.

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