Auf einem inszenierten Foto zieht eine Guerilla-Truppe der Roten Khmer durch den Dschungel im Westen Kambodschas. (Foto: picture alliance / CPA Media Co. Ltd)

Die Roten Khmer beginnen in Kambodscha den Guerillakampf

ZeitZeichen: 17. Januar 1968

 

Sendung: Dienstag 17.01.2023 9.05 bis 9.20 Uhr

Mord, Folter, Zwangsarbeit – in Kambodscha steht dafür ein Name:  Pol Pot. Der Anführer der Roten Khmer ist heute weltweit ein Synonym für Schreckensherrschaft und Völkermord.

Im Januar 1968 beginnt Bruder Nummer 1, wie Pol Pot sich nennt, mit seinen kommunistischen Rebellen den Guerillakampf gegen die Regierung von Prinz Norodom Sihanouk. Am Anfang eine Splittergruppe der Kommunistischen Partei Kambodschas, die schon 1967 in den Untergrund gegangen war. Ihr Ziel: Ein Kommunismus nach maoistisch-leninistischem Vorbild.

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Die Roten Khmer beginnen in Kambodscha den Guerillakampf (17.1.1968)
Podcast [SR 2, Andrea Kath, 09.01.2023, Länge: 14:42 Min.]
Die Roten Khmer beginnen in Kambodscha den Guerillakampf (17.1.1968)

Zu jener Zeit ist Kambodscha bereits politisch tief gespalten. Als im September 1965 nach den ersten freien Wahlen die Konservativen die Regierung dominieren, bricht der Konflikt zwischen Kommunisten und Anti-Kommunisten offen aus. Nach jahrelangem Guerillakampf marschieren die Roten Khmer am 17. April 1975 in die Hauptstadt Phnom Penh ein. Sie rufen das „Demokratische Kampuchea“ aus.

Eine beispiellose Jagd auf jeden vermeintlichen Regimegegner beginnt. Auf den Killing Fields vor den Toren Phnom Penhs lässt Pol Pot Hunderttausende umbringen, nur wenige überleben das berüchtigte Sicherheitsgefängnis 21 Tuol Sleng. Geschätzt 2 Millionen Menschen sterben in den vier Jahren des Terrorregimes an Hunger, Krankheit, Zwangsarbeit, Folter und Mord. Gut ein Drittel der damaligen Bevölkerung. Die Herrschaft der Roten Khmer endet erst Anfang 1979 mit dem Einmarsch vietnamesischer Truppen. Ihr Untergrundkampf gegen die Regierung aber geht noch bis zum Tod des Diktators Pol Pot 1998 weiter.

Von Andrea Kath


Das Bild ganz oben zeigt auf einem inszenierten Foto eine Guerilla-Truppe der Roten Khmer, die durch den Dschungel im Westen Kambodschas zieht (picture alliance / CPA Media Co. Ltd).


"ZeitZeichen"

Montag bis Freitag um 9.05 Uhr auf SR 2 KulturRadio

Seit über 40 Jahren ist die Sendung "ZeitZeichen" eine feste Institution in der deutschen Radiolandschaft. Mit erzählerischer Kraft, analytischer Brillanz und publizistischer Kompetenz erinnert das "ZeitZeichen" an wichtige Daten und Ereignisse. Dabei geht nicht nur um Geschichte, Politik, Kunst und Kultur, sondern auch das Alltägliche, bis hin zum Skurrilen.

Neben dem aufwändig komponierten Beitrag sind im 15-minütigen "ZeitZeichen" alle Darstellungs- und Stilformen des Hörfunks zu erleben, von der reinen O-Ton-Collage über die Reportage bis hin zum Mini-Hörspiel.

Das ZeitZeichen ist eine Kooperation von SR 2 KulturRadio mit dem Westdeutschen Rundfunk.

Redaktion SR: Peter Weitzmann

Redaktion WDR: Gesa Rünker

E-Mail: sr2@sr.de

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