Der ehemalige britische Regierungsbeamte und sowjetische Spion George Blake stellt am 15.1.1992 in Moskau sein Buch "No Other Choice" vor, in dem er seine Erlebnisse als Agent schildert. (Foto: IMAGO / United Archives / TelePress)

Der Geburtstag des Doppelagenten George Blake

ZeitZeichen: 11. November 1922

 

Sendung: Freitag 11.11.2022 9.05 bis 9.20 Uhr

Spione gelten als irgendwie zwielichtige Gestalten. Aber was ist dann ein Doppelagent? Doppelt fragwürdig? George Blake hätte das Gegenteil behauptet: Seine Tricks und Täuschungen zwischen Ost und West im Kalten Krieg fand er hochmoralisch!

Die ersten Zweifel an der vermeintlich weißen Weste des Westens kamen George Blake, so schilderte er es, im Koreakrieg. Dort erlebte er US-Bombenangriffe auf die Zivilbevölkerung mit – und wurde in nordkoreanischer Gefangenschaft, ausgerechnet, zum überzeugten Kommunisten, bald darauf zum Doppelagenten. Fortan spitzelte er also anscheinend für den Weltfrieden. Gehirnwäsche oder ehrliche Überzeugung?

Der Geburtstag des Doppelagenten George Blake (11.11.1922)
Podcast [SR 2, Kerstin Hilt, 17.10.2022, Länge: 14:35 Min.]
Der Geburtstag des Doppelagenten George Blake (11.11.1922)

Für Blake spricht, dass er schon vor dem Kalten Krieg einen klaren Kompass hatte. Geboren als Sohn niederländisch-ägyptischer Juden, war er im von den Nazis besetzen Holland im Widerstand aktiv gewesen. Von den Briten wurde er dann ins Berlin der Nachkriegszeit entsandt – und gab dort etliche Interna der westlichen Geheimdienste an die Sowjets weiter. Eine Topquelle also, weswegen er bei seiner Enttarnung 1961 nicht auf Gnade hoffen konnte: 42 Jahre Freiheitsstrafe, die Blake durch eine spektakuläre Flucht bedeutend verkürzte und fortan in der Sowjetunion lebte. Er starb 2020 in Moskau – hochdekoriert, sogar von Putin höchstpersönlich.

Von Kerstin Hilt


Das Bild ganz oben zeigt den Doppelagenten George Blake (IMAGO / United Archives / TelePress).


"ZeitZeichen"

Montag bis Freitag um 9.05 Uhr auf SR 2 KulturRadio

Seit über 40 Jahren ist die Sendung "ZeitZeichen" eine feste Institution in der deutschen Radiolandschaft. Mit erzählerischer Kraft, analytischer Brillanz und publizistischer Kompetenz erinnert das "ZeitZeichen" an wichtige Daten und Ereignisse. Dabei geht nicht nur um Geschichte, Politik, Kunst und Kultur, sondern auch das Alltägliche, bis hin zum Skurrilen.

Neben dem aufwändig komponierten Beitrag sind im 15-minütigen "ZeitZeichen" alle Darstellungs- und Stilformen des Hörfunks zu erleben, von der reinen O-Ton-Collage über die Reportage bis hin zum Mini-Hörspiel.

Das ZeitZeichen ist eine Kooperation von SR 2 KulturRadio mit dem Westdeutschen Rundfunk.

Redaktion SR: Peter Weitzmann

Redaktion WDR: Gesa Rünker

E-Mail: sr2@sr.de

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