Björn Engholm im Gespräch mit Uwe Barschel (Foto: picture alliance / dpa | Wulf Pfeiffer)

Ein Bericht im Spiegel löst die Barschel-Affäre aus

ZeitZeichen: 7. September 1987

 

Sendung: Mittwoch 07.09.2022 9.05 bis 9.20 Uhr

"Watergate in Kiel": Heute vor 35 Jahren löste dieser Bericht des "Spiegel" eine der folgenreichsten Affären der bundesdeutschen Politik aus. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Uwe Barschel wurde etwa einen Monat später tot in der Badewanne eines Hotelzimmers gefunden – die Zusammenhänge sind bis heute nicht genau aufgeklärt.

Kurz vor der Landtagswahl 1987 in Schleswig-Holstein hatte das Politik-Magazin "Der Spiegel" über "Barschels schmutzige Tricks" geschrieben: Es ging um Spitzelkationen und eine geplante Schmutzkampagne gegen SPD-Spitzenkandidat Björn Engholm. Durch Verleumdung und gezielte Aktionen sollte der Ruf des Konkurrenten von Ministerpräsident Uwe Barschel im Wahlkampfendspurt geschädigt werden. Barschel gab öffentlich sein Ehrenwort, von nichts gewusst zu haben. Doch weitere Spiegel-Recherchen und die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses zwangen den Ministerpräsidenten zum Rücktritt. Einer der größten politischen Skandale der Bundesrepublik hatte seinen Lauf genommen.

Am 11. Oktober wurde Uwe Barschel von zwei Reportern des "Stern" in Genf tot in der Badewanne seines Hotelzimmers gefunden. Die Staatsanwaltschaft kam zu dem Ergebnis: Suizid durch Schlafmittel. Wegen zahlreicher Ermittlungspannen von Polizei und Behörden ranken sich um Barschels Tod manche Verschwörungstheorien, die einen Suizid bezweifeln und von Mord ausgehen.

Von Wolfram Stahl


Das Bild ganz oben zeigt Björn Engholm im Gespräch mit Uwe Barschel (picture alliance / dpa | Wulf Pfeiffer).


"ZeitZeichen"

Montag bis Freitag um 9.05 Uhr auf SR 2 KulturRadio

Seit über 40 Jahren ist die Sendung "ZeitZeichen" eine feste Institution in der deutschen Radiolandschaft. Mit erzählerischer Kraft, analytischer Brillanz und publizistischer Kompetenz erinnert das "ZeitZeichen" an wichtige Daten und Ereignisse. Dabei geht nicht nur um Geschichte, Politik, Kunst und Kultur, sondern auch das Alltägliche, bis hin zum Skurrilen.

Neben dem aufwändig komponierten Beitrag sind im 15-minütigen "ZeitZeichen" alle Darstellungs- und Stilformen des Hörfunks zu erleben, von der reinen O-Ton-Collage über die Reportage bis hin zum Mini-Hörspiel.

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Redaktion SR: Peter Weitzmann

Redaktion WDR: Michael Rüger

E-Mail: sr2@sr.de

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