DIN Papierformate (Foto: IMAGO / Panthermedia)

DIN 476 „Papierformate“ veröffentlicht

ZeitZeichen: 18. August 1922

 

Sendung: Donnerstag 18.08.2022 9.05 bis 9.20 Uhr

Es ist der größte (und einzige?) Exportschlager aus der deutschen Bürokratie: Weil im Kaiserreich unformatierte Briefe nicht in jeden Umschlag und das Blatt danach nicht in den Hefter passte, revolutionierte die „Deutsche Industrienorm 476“ die Welt des Papiers.

Ausgedacht hat sich die Papierformate Dr. Walter Porstmann, ein eher unauffälliger Ingenieur aus Berlin. Im Kaiserdeutschland schrieb man seine Briefe mal auf Papier im Reichsformat, mal auf Gross-Patria oder Super-Royal. Wie sollte man da Ordnung in die Papierordner und Aktenschränke bringen? Ständig musste man an überstehenden Rändern herumschnippeln. Ein Zehntel des Papiers ging so verloren. Auch das ärgerte Dr. Porstmann, denn er sorgte sich um den deutschen Wald. Und deshalb erfand er ein genial einfaches und einfach geniales Prinzip.

Die DIN 476, also die Deutsche Industrienorm für Papierformate, beruht auf einer Grundfläche von einem Quadratmeter: DIN A0 hat ein Seitenverhältnis von etwa 1 zu 1,4. Der Kniff liegt darin, dass man den Quadratmeter halbieren kann, so oft man will: ob einmal auf DIN A1, zweimal auf DIN A2 oder eben viermal auf das bekannte DIN A4 – das Seitenverhältnis bleibt immer gleich. Dadurch lassen sich alle Formate leicht vergrößern oder verkleinern, ohne dass sie dabei verzerrt werden. Viele Länder der Welt haben das Prinzip übernommen, das heute vor 90 Jahren veröffentlicht wurde.

Von Ariane Hoffmann


Das Bild ganz oben zeigt DIN Papierformate (IMAGO / Panthermedia).


"ZeitZeichen"

Montag bis Freitag um 9.05 Uhr auf SR 2 KulturRadio

Seit über 40 Jahren ist die Sendung "ZeitZeichen" eine feste Institution in der deutschen Radiolandschaft. Mit erzählerischer Kraft, analytischer Brillanz und publizistischer Kompetenz erinnert das "ZeitZeichen" an wichtige Daten und Ereignisse. Dabei geht nicht nur um Geschichte, Politik, Kunst und Kultur, sondern auch das Alltägliche, bis hin zum Skurrilen.

Neben dem aufwändig komponierten Beitrag sind im 15-minütigen "ZeitZeichen" alle Darstellungs- und Stilformen des Hörfunks zu erleben, von der reinen O-Ton-Collage über die Reportage bis hin zum Mini-Hörspiel.

Das ZeitZeichen ist eine Kooperation von SR 2 KulturRadio mit dem Westdeutschen Rundfunk.

Redaktion SR: Peter Weitzmann

Redaktion WDR: Gesa Rünker

E-Mail: sr2@sr.de

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