Peter Hartz, Leiter der Hartz-Kommission zur Reform des Arbeitsmarktes, übergibt den Bericht zur Lage des Arbeitsmarktes an Gerhard Schröder. (Foto: IMAGO / IPON)

Die Hartz-Kommission legt ihren Bericht vor

ZeitZeichen: 16. August 2002

 

Sendung: Dienstag 16.08.2022 9.05 bis 9.20 Uhr

Sozialhilfe war gestern! Fördern statt fordern! So klangen die Schlagworte der Diskussion um den Umbau des deutschen Sozialstaats Anfang der 2000er Jahre. Bis heute geblieben ist der Ausdruck „Hartz IV“ – als Kampfbegriff, Stigma und politisches Symbol.

Es ist ein wichtiges Ziel der aktuell regierenden Ampelkoalition: Aus „Hartz IV“ soll bis 2023 ein „Bürgergeld“ werden. Unabhängig davon, welche Verbesserungen der Sozialpolitik die Umbenennung bedeuten wird – keine 20 Jahre nach seiner Einführung wird „Hartz IV“ wohl Geschichte sein.

Begonnen hat dieses Kapitel deutscher Sozialpolitik mit einer von SPD-Bundeskanzler Gerhard Schröder eingesetzten Kommission um den damaligen Volkswagenmanager Peter Hartz, der ein neues Zeitalter der Armutsbekämpfung einläuten sollte. Mit den Hartz-Reformen wurden Arbeitslose zu Kunden, Sachbearbeiter zu sogenannten Case-Managern und Arbeitsämter zum Job-Center. Auslöser der Reform war ein Skandal um die Bundesanstalt für Arbeit gewesen, die jahrelang die Arbeitslosenstatistiken geschönt hatte. Kritiker sahen in den Umgestaltungen von Anfang an vor allem eine Sparmaßnahme für den Staat, die bis heute insbesondere zu Lasten von Langzeitarbeitslosen gehe. Armutsforscher beklagen jedenfalls seitdem eine bedrohliche Zunahme von Ungleichheit in unserer Gesellschaft.    

Von Anja Arp


Das Bild ganz oben zeigt Peter Hartz neben Gerhard Schröder (IMAGO / IPON).


"ZeitZeichen"

Montag bis Freitag um 9.05 Uhr auf SR 2 KulturRadio

Seit über 40 Jahren ist die Sendung "ZeitZeichen" eine feste Institution in der deutschen Radiolandschaft. Mit erzählerischer Kraft, analytischer Brillanz und publizistischer Kompetenz erinnert das "ZeitZeichen" an wichtige Daten und Ereignisse. Dabei geht nicht nur um Geschichte, Politik, Kunst und Kultur, sondern auch das Alltägliche, bis hin zum Skurrilen.

Neben dem aufwändig komponierten Beitrag sind im 15-minütigen "ZeitZeichen" alle Darstellungs- und Stilformen des Hörfunks zu erleben, von der reinen O-Ton-Collage über die Reportage bis hin zum Mini-Hörspiel.

Das ZeitZeichen ist eine Kooperation von SR 2 KulturRadio mit dem Westdeutschen Rundfunk.

Redaktion SR: Peter Weitzmann

Redaktion WDR: Michael Rüger

E-Mail: sr2@sr.de

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