Die Nationalflagge Indiens mit dem damaligen Vizepräsident Pandit Nehru 1947. (Foto: IMAGO / United Archives International)

Britisches Gesetz über die Unabhängigkeit Indiens

ZeitZeichen: 18. Juli 1947

 

Sendung: Montag 18.07.2022 9.05 bis 9.20 Uhr

Fast 200 Jahre waren die Briten in Indien, haben alle Unabhängigkeitsbestrebungen brutal unterdrückt. Jetzt aber wollen die Briten nur noch weg, möglichst schnell – zu laut die Rufe der Inder nach azadi, nach Freiheit.

Großbritannien hat nach dem Zweiten Weltkrieg kein Geld mehr für koloniale Abenteuer. Am 18. Juli 1847 geht im House of Lords das zuvor schon vom Parlament gebilligte Gesetz zur Unabhängigkeit Indiens über den Tisch.

Der Preis dafür: die Teilung des Landes. 92 Millionen Muslime bekommen eine eigene Heimat: Pakistan. Es folgt: eine der blutigsten Tragödien des 20. Jahrhunderts. Schon kurz vor der offiziellen Teilung am 14. und 15. August kommt es zu ethnischen Säuberungen. Erst recht danach. Insgesamt findet eine Million Hindus, Muslime und Sikhs den Tod. Über zehn Millionen werden aus ihren angestammten Dörfern vertrieben. Unter den Folgen leiden viele Familien bis heute.

Die zwei Nationen, beide bis an die Zähne bewaffnet, auch nuklear, sind sich seit 75 Jahren spinnefeind. Es gibt einen einzigen Grenzübergang. Selten überquert ihn jemand. Ein Visum bekommen die wenigsten, weder Inder noch Pakistaner. Wenn sie einander begegnen, dann nur im Ausland, in England, den USA oder auch Deutschland, wo viele der Gutausgebildeten arbeiten. Erstaunt stellen sie dann fest, wieviel sie verbindet. Obwohl die blutige Geschichte sie trennt.

Von Almut Finck


Britisches Gesetz über die Unabhängigkeit Indiens (18.7.1947)
Podcast [SR 2, Almut Finck , 07.07.2022, Länge: 14:39 Min.]
Britisches Gesetz über die Unabhängigkeit Indiens (18.7.1947)


Das Bild ganz oben zeigt Nationalflagge Indiens mit dem damaligen Vizepräsident Pandit Nehru 1947 (IMAGO / United Archives International).


"ZeitZeichen"

Montag bis Freitag um 9.05 Uhr auf SR 2 KulturRadio

Seit über 40 Jahren ist die Sendung "ZeitZeichen" eine feste Institution in der deutschen Radiolandschaft. Mit erzählerischer Kraft, analytischer Brillanz und publizistischer Kompetenz erinnert das "ZeitZeichen" an wichtige Daten und Ereignisse. Dabei geht nicht nur um Geschichte, Politik, Kunst und Kultur, sondern auch das Alltägliche, bis hin zum Skurrilen.

Neben dem aufwändig komponierten Beitrag sind im 15-minütigen "ZeitZeichen" alle Darstellungs- und Stilformen des Hörfunks zu erleben, von der reinen O-Ton-Collage über die Reportage bis hin zum Mini-Hörspiel.

Das ZeitZeichen ist eine Kooperation von SR 2 KulturRadio mit dem Westdeutschen Rundfunk.

Redaktion SR: Peter Weitzmann

Redaktion WDR: Michael Rüger

E-Mail: sr2@sr.de

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