Boris Spasski und Bobby Fischer schütteln sich vor der ersten Partie die Hand (Foto: IMAGO / ZUMA Wire)

Das Endspiel der Schach-WM zwischen Boris Spasski und Bobby Fischer

ZeitZeichen: 11. Juli 1972

 

Sendung: Montag 11.07.2022 9.05 bis 9.20 Uhr

Es war das Schachspiel des Jahrhunderts. Spasski gegen Fischer. Ost gegen West. Ein Kampf der Systeme und der Hirne. Dabei war einer der Kontrahenten erst gar nicht zur Schach-WM erschienen.

Es ist Samstag, der 1. Juli 1972 und die Schach-WM soll heute feierlich eröffnet werden. Wer fehlt, ist Bobby Fischer. Man wirft dem US-Amerikaner einen Nervenkrieg gegen Boris Spasski vor, seinem sowjetischen Herausforderer. Spasski ist amtierender Schachweltmeister und Favorit.

Bobby Fischer gilt als Enfant terrible der Schachszene. Rüpelhaft, exzentrisch, paranoid. Als Fischer nicht wie erwartet in Reykjavik erscheint, schaltet sich die US-Regierung ein. Angeblich soll der damalige US-Sicherheitsberater von Präsident Richard Nixon, Henry Kissinger, gesagt haben: „Amerika wünscht sich, dass Sie da hinfahren und die Russen besiegen.“ Ein britischer Millionär stiftet zusätzliches Preisgeld. Fischer reist am 3. Juli endlich nach Island. Das ursprünglich für den 4. Juli angesetzte erste Match wird auf den 11. Juli verschoben.

Es wird dann eines der größten Schachspiele im kollektiven Gedächtnis der Menschheit. Bobby Fischer wird Schachweltmeister. Er bricht damit nach dem Zweiten Weltkrieg zum ersten Mal die Vorherrschaft der Sowjetunion im Schach. Es war das erste Mal, dass ein Schachspiel weltweit Aufmerksamkeit erregte. Für viele war es in der Hochphase des Kalten Krieges auch ein Wettkampf der Systeme: NATO gegen Warschauer Pakt.

Von Andrea Kath


Das Bild ganz oben zeigt Boris Spasski und Bobby Fischer vor ihrer ersten Partie (IMAGO / ZUMA Wire).


"ZeitZeichen"

Montag bis Freitag um 9.05 Uhr auf SR 2 KulturRadio

Seit über 40 Jahren ist die Sendung "ZeitZeichen" eine feste Institution in der deutschen Radiolandschaft. Mit erzählerischer Kraft, analytischer Brillanz und publizistischer Kompetenz erinnert das "ZeitZeichen" an wichtige Daten und Ereignisse. Dabei geht nicht nur um Geschichte, Politik, Kunst und Kultur, sondern auch das Alltägliche, bis hin zum Skurrilen.

Neben dem aufwändig komponierten Beitrag sind im 15-minütigen "ZeitZeichen" alle Darstellungs- und Stilformen des Hörfunks zu erleben, von der reinen O-Ton-Collage über die Reportage bis hin zum Mini-Hörspiel.

Das ZeitZeichen ist eine Kooperation von SR 2 KulturRadio mit dem Westdeutschen Rundfunk.

Redaktion SR: Peter Weitzmann

Redaktion WDR: Michael Rüger

E-Mail: sr2@sr.de

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