Elisabet Ney (Foto: picture alliance / Everett Collection | Courtesy Everett Collection)

Der Todestag der Bildhauerin Elisabet Ney

ZeitZeichen: 29. Juni 1907

 

Sendung: Mittwoch 29.06.2022 9.05 bis 9.20 Uhr

Die erstaunliche Frau Ney war die vielleicht erste Bildhauerin, die von ihrer Arbeit leben konnte. Sie befeuerte ihre Karriere, indem sie die prominentesten Männer ihrer Zeit porträtierte: Bismarck, König Ludwig II. und ein Papst saßen für sie Modell.

Der Todestag der Bildhauerin Elisabet Ney (29.6.1907)
Podcast [SR 2, Christiane Kopka, 13.05.2022, Länge: 14:31 Min.]
Der Todestag der Bildhauerin Elisabet Ney (29.6.1907)

Mit 19 ertrotzte sich die Tochter eines Steinmetzes aus Münster einen Platz in der Münchner Kunstakademie. „Sie ist weder Frau noch Mädchen, sondern eine Künstlerin, und damit ist alles gesagt. Ein Weib, welches von ihrem 16. Jahr an männliche Körper lebend modelliert, muss wohl exzeptionelle Ansichten und Gefühle hegen.“ Für den Wissenschaftler Justus Liebig war klar, dass man der Bildhauerin Elisabet Ney eine gewisse Narrenfreiheit zugestehen musste: „Unterordnen kann sie sich nicht.“

Außer von Justus Liebig schuf die Künstlerin Skulpturen von Arthur Schopenhauer, Freiheitskämpfer Garibaldi und anderen Persönlichkeiten ihrer Zeit – so erhöhte sie unerschrocken und geschickt ihren Marktwert als Künstlerin in einer Männerdomäne. Dabei inszenierte sie sich als keusche Amazone, die ihr Leben ganz der Kunst widmet. Dass sie eigentlich verheiratet war, blieb ihr Geheimnis. Als sie schwanger wurde, wanderte Elisabet Ney mit ihrem Ehemann nach Texas aus. Fast 20 Jahre betrieb sie dort eine Plantage, bevor sie wieder zum Meißel griff und auch in Amerika als Bildhauerin erfolgreich wurde: Ihr Studio in Austin/Texas ist heute ein Museum für „The Ney“.

Von Christiane Kopka


Das Bild ganz oben zeigt die Bildhauerin Elisabet Ney (picture alliance / Everett Collection | Courtesy Everett Collection).


"ZeitZeichen"

Montag bis Freitag um 9.05 Uhr auf SR 2 KulturRadio

Seit über 40 Jahren ist die Sendung "ZeitZeichen" eine feste Institution in der deutschen Radiolandschaft. Mit erzählerischer Kraft, analytischer Brillanz und publizistischer Kompetenz erinnert das "ZeitZeichen" an wichtige Daten und Ereignisse. Dabei geht nicht nur um Geschichte, Politik, Kunst und Kultur, sondern auch das Alltägliche, bis hin zum Skurrilen.

Neben dem aufwändig komponierten Beitrag sind im 15-minütigen "ZeitZeichen" alle Darstellungs- und Stilformen des Hörfunks zu erleben, von der reinen O-Ton-Collage über die Reportage bis hin zum Mini-Hörspiel.

Das ZeitZeichen ist eine Kooperation von SR 2 KulturRadio mit dem Westdeutschen Rundfunk.

Redaktion SR: Peter Weitzmann

Redaktion WDR: Michael Rüger

E-Mail: sr2@sr.de

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja