Maria Montessori sitzt in einem Stuhl (Foto: Gemeinfrei)

Der Todestag von Maria Montessori

ZeitZeichen: 6. Mai 1952

 

Sendung: Freitag 06.05.2022 9.05 bis 9.20 Uhr

Ob Kindergärten, Schulen, Bücher oder Blogs – die Montessori-Pädagogik ist heute auf der ganzen Welt beliebt. Sie geht zurück auf eine Frau, die ihrer Zeit voraus war: Maria Montessori. Ärztin, Philosophin, Reformpädagogin. Die Italienerin kämpft für die Individualität, die Würde und Rechte des Kindes – in einer Zeit in der Gewalt und Kinderarbeit alltäglich sind.

Montessori wird 1870 ins Bildungsbürgertum hineingeboren. Der restriktiv-autoritäre Erziehungsstil in der Schule widerspricht dem ihres Elternhauses. So stillt die junge Maria ihren Wissensdurst zunächst zuhause. Später setzt sie sich gegen viele Widerstände der patriarchalen Gesellschaft durch, besucht eine technische Oberschule und studiert als eine der ersten Frauen Italiens Medizin.

Als Assistenzärztin für Kinderpsychiatrie studiert Montessori das Verhalten von geistig beeinträchtigten Kindern, die würdelos verwahrt und nicht gefördert werden. Sie entwirft ihre eigenen Arbeitsmaterialien getreu dem Motto: "Die tätige Hand fördert die Intelligenz". Montessori selbst entwickelt sich zu einer Pädagogin mit hohem sozialen Engagement. Sie setzt sich für die Rechte von Frauen und die Bildung von Armen ein. 1907 eröffnet sie ihr erstes Kinderhaus, in dem sie ihre eigene Methode ausprobieren und weiterentwickeln kann. "Hilf mir, es selbst zu tun!" wird zum Kernsatz ihrer Erziehung zur Selbständigkeit des einzelnen Kindes.

Durch unzählige Reisen, Vorträge und Publikationen verbreitet die Powerfrau ihre Erfahrungen und Ideen auf der ganzen Welt. In vielen Ländern entstehen Montessori-Schulen und Gesellschaften, sowie ein internationaler Dachverband, dessen Ziel es ist den ganzheitlichen Ansatz von Maria Montessori mit Leben zu füllen, auch siebzig Jahre nach ihrem Tod.

Von Julia Schäfer


Das Bild ganz oben zeigt Maria Montessori (gemeinfreies Bild).


"ZeitZeichen"

Montag bis Freitag um 9.05 Uhr auf SR 2 KulturRadio

Seit über 40 Jahren ist die Sendung "ZeitZeichen" eine feste Institution in der deutschen Radiolandschaft. Mit erzählerischer Kraft, analytischer Brillanz und publizistischer Kompetenz erinnert das "ZeitZeichen" an wichtige Daten und Ereignisse. Dabei geht nicht nur um Geschichte, Politik, Kunst und Kultur, sondern auch das Alltägliche, bis hin zum Skurrilen.

Neben dem aufwändig komponierten Beitrag sind im 15-minütigen "ZeitZeichen" alle Darstellungs- und Stilformen des Hörfunks zu erleben, von der reinen O-Ton-Collage über die Reportage bis hin zum Mini-Hörspiel.

Das ZeitZeichen ist eine Kooperation von SR 2 KulturRadio mit dem Westdeutschen Rundfunk.

Redaktion SR: Peter Weitzmann

Redaktion WDR: Michael Rüger

E-Mail: sr2@sr.de

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