Die Sängerin Dalida (Foto: IMAGO / teutopress)

Der Todestag der Sängerin Dalida

ZeitZeichen: 3. Mai 1987

 

Sendung: Dienstag 03.05.2022 9.05 bis 9.20 Uhr

Dalida war ein Weltstar – auch weil sie auf französisch, arabisch, italienisch und deutsch sang, immer mit exotisch rollendem "R" und großer Leidenschaft. "Am Tag, als der Regen kam" wird in Deutschland einer der größten Erfolge ihrer fast 30-jährigen Karriere.

Iolanda Cristina Gigliotti kommt 1933 in einem Vorort von Kairo zur Welt, wo ihr italienischer Vater als erster Geiger an der Oper arbeitet. Nach ihrer Wahl zur Miss Ägypten geht sie nach Paris um Schauspielerin zu werden, wie ihr Vorbild Rita Hayworth, und jobbt zunächst nur als Sängerin.

Ihr Timbre und die Melancholie in ihrer Musik bringen ihr elf goldene und sechs Platin-Schallplatten ein. Sie wird zu einer Ikone der Leidenschaft und Königin der Jukebox. Doch mit dem Erfolg kommt auch das Drama: Nachdem sie 1967 mit ihrem damaligen Freund, dem Sänger Luigi Tenco, beim San Remo Musikfestival aufgetreten ist, erschießt sich Tenco im Hotel – aus Enttäuschung darüber, dass sie nicht ins Finale gekommen sind.

Fassungslos unternimmt auch Dalida wenig später einen Selbstmordversuch, feiert aber schon im Oktober im Musichall Olympia ein Comeback ganz in weiß. Das ist der Beginn ihrer "Madonnen"-Phase, gefolgt von der "Disco-Queen", dem Broadway-Showstar und der Rückkehr zum Orient als von der Kritik gelobte Filmtragödin. Trotz weiterer Schicksalsschläge hört sie nie auf zu singen – bis sie am 3. Mai 1987 in ihrem Abschiedsbrief schreibt: "Das Leben ist mir unerträglich geworden. Vergebt mir!"

Von Sabine Mann


Der Todestag der Sängerin Dalida (3.5.1987)
Podcast [SR 2, Ariane Hoffmann, 12.04.2022, Länge: 14:30 Min.]
Der Todestag der Sängerin Dalida (3.5.1987)

Das Bild ganz oben zeigt die Sängerin Dalida (Foto: IMAGO/teutopress).


"ZeitZeichen"

Montag bis Freitag um 9.05 Uhr auf SR 2 KulturRadio

Seit über 40 Jahren ist die Sendung "ZeitZeichen" eine feste Institution in der deutschen Radiolandschaft. Mit erzählerischer Kraft, analytischer Brillanz und publizistischer Kompetenz erinnert das "ZeitZeichen" an wichtige Daten und Ereignisse. Dabei geht nicht nur um Geschichte, Politik, Kunst und Kultur, sondern auch das Alltägliche, bis hin zum Skurrilen.

Neben dem aufwändig komponierten Beitrag sind im 15-minütigen "ZeitZeichen" alle Darstellungs- und Stilformen des Hörfunks zu erleben, von der reinen O-Ton-Collage über die Reportage bis hin zum Mini-Hörspiel.

Das ZeitZeichen ist eine Kooperation von SR 2 KulturRadio mit dem Westdeutschen Rundfunk.

Redaktion SR: Peter Weitzmann

Redaktion WDR: Michael Rüger

E-Mail: sr2@sr.de

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja