Der Geburtstag von Elsa Scholten

ZeitZeichen: 28. Februar 1902

 

Sendung: Montag 28.02.2022 9.05 bis 9.20 Uhr

Mit ihrer lautstarken und deftigen Spielweise hat sie jahrzehntelang ein Millionenpublikum begeistert: Elsa Scholten war zu den Glanzzeiten des Kölner Millowitsch-Theaters neben Willy Millowitsch die wohl wichtigste Schauspielerin. Schon seit den 1930er Jahren stand sie an der Seite des legendären Theater-Patrons auf der Bühne und wurde immer mehr zu seiner kongenialen Partnerin. Genau genommen war sie schon vor dem Willy "beim Millowitsch". Denn der übernahm Elsa Scholten von seinem Großvater als Ensemble-Mitglied. Vor allem in der Rolle der schlampigen und unverschämten Frau

Schluddermeier hat sie Generationen von Kölnerinnen und Kölnern begeistert. Die aus einer Schauspielerfamilie stammende Scholten wurde bereits als junge Frau in der Rolle der komischen Alten eingesetzt. Für eine "Salondame" sei sie schon mit 18 etwas zu groß und zu schwer gewesen, hat Elsa Scholten selbst mal in einem Interview bekannt.

In mehr als 60 verschiedenen Stücken war sie bis zu ihrem Tod im Jahr 1981 in verschiedenen Rollen zu sehen. Ob als Willys Ehefrau (wie im "Meisterboxer"), als ruppig-hemdsärmeliges Hausmädchen (in "Waidmannsheil") oder als bösartige Studienrätin ("Der Pedell"): immer ging es lautstark zur Sache, wenn sich der Patriarch und die Scholten gegenseitig mit den heftigsten kölschen Schimpfwörtern belegten.

Am Ende behielt Willy dabei (fast) immer die Oberhand und hatte die Lacher auf seiner Seite. In der Beliebtheit beim Publikum aber war die Scholten stets ganz vorne mit dabei. Und Willy Millowitsch wusste, was er seiner treuen Elsa schuldig war. Neben ihm hatte nur sie das Recht auf eine eigene Garderobe.

Privat jedoch war Elsa Scholten keine "Rampensau". Sie lebte bescheiden und zurückgezogen in einer kleinen 2-Zimmer-Wohnung. Und von dort war der Weg zum Millowitsch-Theater nicht weit.

Von Michael Reinartz



"ZeitZeichen"

Montag bis Freitag um 9.05 Uhr auf SR 2 KulturRadio

Seit über 40 Jahren ist die Sendung "ZeitZeichen" eine feste Institution in der deutschen Radiolandschaft. Mit erzählerischer Kraft, analytischer Brillanz und publizistischer Kompetenz erinnert das "ZeitZeichen" an wichtige Daten und Ereignisse. Dabei geht nicht nur um Geschichte, Politik, Kunst und Kultur, sondern auch das Alltägliche, bis hin zum Skurrilen.

Neben dem aufwändig komponierten Beitrag sind im 15-minütigen "ZeitZeichen" alle Darstellungs- und Stilformen des Hörfunks zu erleben, von der reinen O-Ton-Collage über die Reportage bis hin zum Mini-Hörspiel.

Das ZeitZeichen ist eine Kooperation von SR 2 KulturRadio mit dem Westdeutschen Rundfunk.

Redaktion SR: Peter Weitzmann

Redaktion WDR: Michael Rüger

E-Mail: sr2@sr.de

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