Günter Wand (Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb | Kay_Nietfeld)

Der Geburtstag des Dirigenten Günter Wand

ZeitZeichen: 7. Januar 1912

 

Sendung: Freitag 07.01.2022 9.05 bis 9.20 Uhr

Er wollte "den inneren Puls der Werke spüren", den reinen Notentext zum Klingen bringen, die Substanz eines Werks. Künstlerische Freiheit oder Marketing-Mätzchen verachtete Günter Wand. Stattdessen probte er akribisch auch mit Spitzenorchestern, um absolute Werktreue zu erreichen. Als er in jungen Jahren gefragt wurde, ob er Beethoven wie Toscanini oder wie Furtwängler dirigieren wolle, antwortete er: "wie Beethoven".

Der Geburtstag des Dirigenten Günter Wand (07.01.1912)
Podcast [SR 2, Christian Kosfeld, 15.12.2021, Länge: 14:26 Min.]
Der Geburtstag des Dirigenten Günter Wand (07.01.1912)
1974 wagte sich Günter Wand erstmals an Anton Bruckners 5. Sinfonie und nahm schließlich mit dem Kölner Rundfunk Sinfonie Orchester einen legendären Bruckner-Zyklus auf. Seitdem galten Wands Bruckner-Interpretationen als Maßstab.

Geboren wurde Günter Wand in Elberfeld, studierte in Köln und München, kam 1939 er an die Oper Köln. 1946 wurde er Generalmusikdirektor und Kapellmeister des Gürzenich Orchesters, und blieb es drei Jahrzehnte lang. Der Dirigent widmete sich vor allem dem klassischen Kern-Repertoire, setzte sich aber auch für Komponisten wie Wolfgang Fortner, Walter Braunfels, Olivier Messiaen und Bernd Alois Zimmermann ein. Sorgfalt, Wahrhaftigkeit waren Leitsterne seiner Arbeit.

1974 wagte er sich erstmals an Anton Bruckners 5. Sinfonie, nahm schließlich mit dem Kölner Rundfunk Sinfonie Orchester einen legendären Bruckner-Zyklus auf. Seitdem galten Wands Bruckner-Interpretationen als Maßstab. Ab 1982 folgte die Hamburger "Ära Wand" – er wurde Chefdirigent des NDR Sinfonieorchesters. Regelmäßig dirigierte er die Berliner Philharmoniker. Erst im Alter erlebte er breite internationale Anerkennung. Star-Allüren waren ihm fremd. "Nicht ich bin es, der eine Karriere verpasst hat - der Musikbetrieb hat mich verpasst", meinte Günter Wand lakonisch. Noch mit 90 Jahren stand er hellwach am Pult bedeutender Orchester. 2002 starb der Dirigent in der Schweiz.

Von Christian Kosfeld


"ZeitZeichen"

Montag bis Freitag um 9.05 Uhr auf SR 2 KulturRadio

Seit über 40 Jahren ist die Sendung "ZeitZeichen" eine feste Institution in der deutschen Radiolandschaft. Mit erzählerischer Kraft, analytischer Brillanz und publizistischer Kompetenz erinnert das "ZeitZeichen" an wichtige Daten und Ereignisse. Dabei geht nicht nur um Geschichte, Politik, Kunst und Kultur, sondern auch das Alltägliche, bis hin zum Skurrilen.

Neben dem aufwändig komponierten Beitrag sind im 15-minütigen "ZeitZeichen" alle Darstellungs- und Stilformen des Hörfunks zu erleben, von der reinen O-Ton-Collage über die Reportage bis hin zum Mini-Hörspiel.

Das ZeitZeichen ist eine Kooperation von SR 2 KulturRadio mit dem Westdeutschen Rundfunk.

Redaktion SR: Peter Weitzmann

Redaktion WDR: Michael Rüger

E-Mail: sr2@sr.de

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