John Lennon und Yoko Ono, 1971  (Foto: Vinema Publishers Collection/Roy Cummings)

Die Single "Imagine" von John Lennon und Yoko Ono wird veröffentlicht

ZeitZeichen: 11. Oktober 1971

 

Sendung: Montag 11.10.2021 9.05 bis 9.20 Uhr

Eine einfache Melodie und ein simples harmonisches Gerüst lassen Platz für Gedankenspiele: John Lennon und Yoko Ono tagträumen von einer Welt ohne Besitz, ohne Religion und Nationen – das, was ihrer Ansicht nach Menschen voneinander trennt und zu Gewalt führt.

Die Single "Imagine" erscheint (11.10.1971)
Podcast [SR 2, Niklas Rudolph, 06.10.2021, Länge: 13:41 Min.]
Die Single "Imagine" erscheint (11.10.1971)

Obwohl Produzent Phil Spector noch Streicher, Bass und Schlagzeug in den Mix brachte, waren es vor allem das Klavier und die Stimme von John Lennon, die "Imagine" so eindrücklich machten. Es entstand der Eindruck eines sehr persönlichen Stücks, das so schließlich auch die Berichterstattung über Lennons Ermordung 1980 begleitete. "Imagine" gab der Fassungslosigkeit einen Ausdruck.

Zur Zeit des Vietnamkriegs nannten reaktionäre Kritiker das Stück "naiv" oder gar "anarcho-kommunistisch". Vorgetragen von einem Mann, der jeglichen Bezug zur harten Realität der 1970er Jahre verloren hätte. Auch nach den Terror-Anschlägen vom 11. September 2001 passte "Imagine" nicht in die kriegsschwangere Vergeltungsrhetorik der US-Regierung – und verschwand von den Playlists.

Doch Lennon und Ono forderten gar nicht den sofortigen Weltfrieden, sie forderten ihre Zuhörerinnen und Zuhörer auf, sich mit einer Utopie auseinanderzusetzen. Nach vielen internationalen Konflikten taucht "Imagine" – auch 50 Jahre nach der Veröffentlichung – immer wieder in den Charts auf.

Von Niklas Rudolph


LebensZeichen
Imagine
Für die einen ist "Imagine" von John Lennon die Friedenshymne schlechthin und eine Ode an den Idealismus. Für die anderen ist es der schlimmste Kitsch, den es gibt. Im LebensZeichen erklärt Wolfgang Drießen, warum man trotzdem die Träumer braucht, die in ihren Liedern erzählen, was sein könnte...


"ZeitZeichen"

Montag bis Freitag um 9.05 Uhr auf SR 2 KulturRadio

Seit über 40 Jahren ist die Sendung "ZeitZeichen" eine feste Institution in der deutschen Radiolandschaft. Mit erzählerischer Kraft, analytischer Brillanz und publizistischer Kompetenz erinnert das "ZeitZeichen" an wichtige Daten und Ereignisse. Dabei geht nicht nur um Geschichte, Politik, Kunst und Kultur, sondern auch das Alltägliche, bis hin zum Skurrilen.

Neben dem aufwändig komponierten Beitrag sind im 15-minütigen "ZeitZeichen" alle Darstellungs- und Stilformen des Hörfunks zu erleben, von der reinen O-Ton-Collage über die Reportage bis hin zum Mini-Hörspiel.

Das ZeitZeichen ist eine Kooperation von SR 2 KulturRadio mit dem Westdeutschen Rundfunk.

Redaktion SR: Peter Weitzmann

Redaktion WDR: Michael Rüger

E-Mail: sr2@sr.de

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